„Eine echte Leistung der Patienten“

Martin Schäfer ist Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Suchtmedizin der Kliniken-Essen-Mitte. Der Experte erklärt, was an dem prämierten Projekt von Rot-Weiss Essen medizinisch so wertvoll ist.

Professor Schäfer, warum hilft Sport Menschen mit psychischen Problemen?

Erst mal ist die Verbindlichkeit eines Sportvereins ganz wichtig. Die Teilnehmer müssen kommen. Das ist für jene, die unter massiver Antriebsschwäche leiden, zum Beispiel Patienten mit Depression, eine echte Leistung. Ganz abgesehen davon, hilft Sport sehr gut dabei, die Symptome bei Depressiven zu verbessern. Neueste Forschungen zeigen sogar, dass regelmäßiger Sport das Risiko für eine Demenz verringern kann.

Warum werden Menschen mit psychischen Problemen stigmatisiert?

Die Stigmatisierung ist immer noch so groß, weil diese Menschen von manchen als Bedrohung wahrgenommen werden. Unsere Leistungsgesellschaft will nicht zulassen, dass es Menschen mit Angst- oder Suchtproblemen gibt. Dabei sind jene, die sich darüber laut beschweren, oft diejenigen, die selbst große Schwierigkeiten haben, das aber nur nicht zugeben möchten.

 
 

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