Einbrecher machen 30.000-Euro-Beute im Bergmannsdom

Pfarrer Jens Kölsch-Ricken zeigt auf das Fenster, durch das die Einbrecher einstiegen.
Pfarrer Jens Kölsch-Ricken zeigt auf das Fenster, durch das die Einbrecher einstiegen.
Foto: WAZ
Einbrecher machten im Bergmannsdom am Katernberg Markt fette Beute: Instrumente im Wert von 30 000 Euro und zwei unbezahlbare Abendmahlsets.

Katernberg.. Wie erst am Donnerstag bekannt wurde, haben Einbrecher den so genannten Bergmannsdom am Katernberger Markt heimgesucht und Beute in fünfstelliger Euro-Höhe gemacht. Sie stahlen aus der Sakristei sieben Trompeten und eine Tuba (der Gesamtwert beläuft sich auf geschätzte 30.000 Euro). Zudem gehören zwei über 100 Jahre alte Abendmahl-Sets sowie zwei Sammelbüchsen für die Orgel-Restaurierung zur Beute.

Albert „Ali“ Hamm, der frühere Küster, entdeckte am Montag die offene Tür der Sakristei, benachrichtigte seinen Nachfolger, und der entdeckte den aufgebrochenen Schrank. Sofort wurde Pfarrer Jens Kölsch-Ricken informiert, der dann auch die Polizei alarmierte. „Die Einbrecher sind durch einen Lichtschacht und ein Kellerfenster geklettert, nachdem sie das Gitter aufgebrochen hatten“, deutet Kölsch-Ricken die Spuren. Es müsse ein Kind oder ein besonders kleiner, schlanker Mensch gewesen sein, der durch dieses Fenster gepasst habe, sagt der Pfarrer. Erst einmal im Gebäude öffnete der erste Einbrecher seinen vermuteten Komplizen die Sakristei-Tür. Die Unbekannten brachen die Schranktür auf, hinter der sich die wertvollen Blasinstrumente befanden. Außerdem waren hier die beiden Abendmahl-Sets gelagert, die die Einbrecher mitnahmen. Den Koffer, in dem sie aufbewahrt wurden, ließen sie zurück.

Der Wert der Beute konnte nicht gleich beziffert werden. „Wir mussten erst mit dem Leiter des Posaunenchors Kontakt aufnehmen und der wiederum mit den Musikern“, sagt der Pfarrer. Mittlerweile steht fest: Die Musikinstrumente haben zusammen einen Wert von 30 000 Euro. Auch wenn die Kirchengemeinde gegen Diebstahl versichert ist, bleibt es ein herber Verlust.

Nicht zu ersetzen sind die

Abendmahl-Sets, die die Einbrecher ebenso mitgehen ließen wie zwei Kupferpfeifen, in denen Geld für die Restaurierung der Sauer-Orgel gesammelt wurde („Da waren vielleicht zwischen 20 und 120 Euro drin“). Bei den Abendmahl-Sets handelt es sich einmal um eine Taufschale, einen Kelch und eine Abendmahlskanne von 1877. „Das ist das Einzige, was von der alten Kirche geblieben war.“ Das zweite Set, ein Kelch und eine Kanne, war eine Spende der Industriellen-Familie Haniel zur Einweihung der neuen Kirche im Jahre 1901. Materiell sind die Gefäße aus versilbertem Messing, innen vergoldet, mit den Gravuren am Boden, nicht sonderlich viel Wert. „Es geht uns nicht darum, das Abendmahl mit etwas Goldenem zu feiern. Die Gegenstände haben für uns historischen Wert“, stellt der Pfarrer klar. Er persönlich habe sie aber gerne zum monatlichen Abendmahl benutzt, da sie zur Würde des Abendmahl beitrügen. Außerdem habe eine Anfrage des Ruhr Museums vorgelegen, Stücke davon in die Ausstellung „Der geteilte Himmel“ anlässlich „500 Jahre Reformation“ aufzunehmen. „Das hätte uns schon stolz gemacht“, sagt der Pfarrer, der einen gezielten Einbruch vermutet, da andere Gegenstände wie Mikros, Mischupult und Verstärker von den Einbrechern unberührt blieben. Trotzdem erwäge die Gemeinde nun, eine Videokamera im Umfeld des Bergmannsdoms anzubringen.

Jens Kölsch-Ricken vermutet, dass die Einbrecher versuchen werden, die sakralen Gegenstände an einen Sammler zu verkaufen. Eine vage Hoffnung hat der Pfarrer Kölsch-Ricken aber doch noch. „Aufgrund der Gravuren sind die Gegenstände schnell zu identifizieren. Ich hoffe, dass jemand deshalb, und weil die Gegenstände für uns so einen großen, historischen Wert haben, doch noch bei der Ehre gepackt wird und das Diebesgut eines Morgens wieder bei uns vor der Tür stehen wird.“

 
 

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