Ein Verstoß gegen die Mindeststandards

Jörg Maibaum
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Die Linke im Rat der Stadt und die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl kritisieren die Enge in den Asylheimen.

Essen. Der Flüchtlingsrat Pro Asyl und die Ratsfraktion Die Linke haben die momentane Enge in einigen Asylunterkünften kritisiert. Wie die NRZ berichtete, stehen die vom Rat der Stadt geforderten acht Quadratmeter pro Nase den Menschen in drei Heimen aktuell nicht zur Verfügung. Entlastung erhofft man sich durch die Belegung eines dritten Hauses Auf’m Bögel mit bis zu 50 Plätzen.

Gabriele Giesecke, Ratsfrau der Linken, sieht in der momentanen Unterbringungspolitik einen Verstoß gegen die gewollten Mindeststandards: „Ich bin von der Sozialverwaltung enttäuscht.“ Ihr sei noch im November zugesagt worden, dass sich die Stadt an Beschlüsse halte. Wenn es nicht anders möglich sei, müsse die Verwaltung mit Notmaßnahmen reagieren.

Hotelzimmer anmieten

Giesecke fordert, bei Überbelegung der Heime Hotelzimmer anzumieten. Sie erwarte von Sozialdezernent Peter Renzel, dass das geplante neue Unterbringungs- und Betreuungskonzept „sehr schnell“ vorgelegt wird. Dies sollte nicht hinter verschlossenen Türen erarbeitet werden, mahnt Inka Jatta von Pro Asyl.

Die Situation der Essener Flüchtlinge könne nachhaltig nur durch die Einrichtung eines „Runden Tisches“ verbessert werden, an dem alle mit Flüchtlingen befassten Organisationen einen Platz finden. „Ein so unwürdiger Umgang mit Menschen in Not wie in diesem Winter darf sich in Essen nicht wiederholen“, mahnt Giesecke.