Ein Verdächtiger nach Eklat bei Vorführung von Neonazi-Doku

Im Fall eines weiteren Skandals, den selbst ernannte „Fans“ ihrem Verein Rot-Weiss Essen „beschert“ haben, dauern die Ermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft weiter an. Rund 20 Anhänger störten und stoppten im vergangenen Oktober die Vorführung der Neonazi-Dokumentation „Blut muss fließen“ beim Awo-Fanprojekt - einen Beschuldigten haben die Ermittler inzwischen ausgemacht. Der Mann hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert und wird sich wohl durch einen Anwalt vertreten lassen. Die Veranstalter der Film-Vorführung haben den Mann anhand von Lichtbildern identifiziert. Bislang fehlen allerdings konkrete Hinweise auf weitere Beteiligte ebenso wie auf eine Zugehörigkeit des aktuell Beschuldigten zu gewaltbereiten Fan-Gruppen von RWE wie der „Alten Garde“. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln vorrangig wegen des Tatvorwurfs der Nötigung. Nach dem Eklat hatten sowohl das Bündnis „Essen stellt sich quer“ als Co-Veranstalter der Vorführung wie auch der Verein Anzeige erstattet. „Blut muss fließen“ wurde schließlich im November im Stadion Essen gezeigt. „Wehret den Anfängen“, rief RWE-Aufsichtsratschef Christian Hülsmann damals den rund 500 Gästen zu. (sk)

Weitere interessante Artikel