Ein Ständchen für die „Queen“ im Essener Filmstudio

Königliches Kinotreffen: Bob Clarke (Deutsch-Britische Gesellschaft Duisburg) posiert mit Queen-Maske vor dem  Filmstudio.  Zur Premiere am Sonntag kommt er mit Ehefrau Erlinde (re.). Regisseur Axel Fuhrmann  freut sich auf den Besuch. Foto:Ulrich von Born
Königliches Kinotreffen: Bob Clarke (Deutsch-Britische Gesellschaft Duisburg) posiert mit Queen-Maske vor dem Filmstudio. Zur Premiere am Sonntag kommt er mit Ehefrau Erlinde (re.). Regisseur Axel Fuhrmann freut sich auf den Besuch. Foto:Ulrich von Born
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Regisseur Axel Fuhrmann hat einen Film über „Englands heimliche Hymne - Land of Hope and Glory“ gedreht. Werk über Edward Elgar feiert Kino-Premiere

Essen.. „God Save the Queen“ werden sie in diesem Jahr natürlich schmettern. Aber bevor es mit den Ständchen zum 90. Geburtstag ihrer Majestät am 21. April richtig losgeht, schaut Elizabeth am Sonntag schon mal im Filmstudio Glückauf vorbei und lauscht Englands heimlicher Nationalhymne. Jener Komposition, die nicht nur bei der „Night of The Proms“ jedes Jahr für ergriffenes Publikum und Fahnen schwenkende Untertanen sorgt. Bob Clarke, der „Her Majesty“ in der Rhein-Ruhr-Region dabei als Queen-Double würdig vertritt, ist völlig aus dem Häuschen, wenn die Melodie von Edward Elgar erklingt.

Dem Komponisten und seiner wohl bekanntesten Melodie hat der Essener Filmemacher Axel Fuhrmann nun sein neues Werk gewidmet. Am Sonntag hat „Englands heimliche Hymne“ im Filmstudio Glückauf Premiere. Mehrere Fernsehsender haben bereits Interesse angemeldet, Arte strahlt den Beitrag am späten Sonntagabend aus. Denn im Jubiläumsjahr der englischen Königin schaut man gerne auf die Insel und ihre kreativen Köpfe.

Edward Elgar (1857-1934) gehört dabei zu den wenigen britischen Komponisten, die auch hierzulande Popularität erlangten. Seine „Enigma-Variationen“ sind ein Klassiker im Konzertsaal. Sie werden in dem 55-minütigen Film-Porträt ebenso erklingen wie sein Violin- und Cellokonzert.

Geschichte ist "very british"

Im Mittelpunkt aber steht „Land auf Hope and Glory“, jene Melodie, die Edward VII, Sohn der verstorbenen Königin Victoria, 1901 bei Elgar als Krönungshymne bestellte. Auf Wunsch des Monarchen sollte der Komponist dafür das Trio aus seinem „Pomp and Circumstance“ Marsch Nr.1 verwenden.

Wie das Lied dem katholischen Provinzmusiker zum Durchbruch verhalf, gleichzeitig aber auch zur Bürde wurde, das hat Fuhrmann nach aufwendiger Recherche und Interviews mit Historikern, Musikern und Königshaus-Kennern wie Judith Weir, Hofkomponistin der Queen, dokumentiert. Gedreht wurde großteils an Originalschauplätzen in London, Malvern und Worcester, aber auch historisches Filmmaterial kommt zum Einsatz. Und die Musik natürlich auch.

Vieles an dieser Geschichte ist „very british“: der vornehme Gentleman Club, in dem Elgar heute noch ein Raum gewidmet ist, und natürlich die nationale Begeisterung für den Ruhm und Glanz des britischen Empires, die Arthur Christopher Benson in seinen Textzeilen noch mit einer guten Portion Stolz und Pathos anreicherte. „Die pompöse Monarchie brauchte einen Soundtrack“, sagt Fuhrmann. „Land of Hope and Glory“ führte die Briten durch gute und schwere Zeiten, und nicht nur auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs begleitete die Musik manchen Soldaten bis in den Tod.

Aber auch die persönlichen Höhen und Tiefen in Elgars Leben werden in diesem Film thematisiert: der Tod seiner Frau 1920, die Krise, das Comeback als Komponist zum Ende seines Lebens. Für erhabene Momente ist die Melodie jedenfalls bis heute gut. Borussia Dortmund machte „Land of Hope and Glory“ 2011 zur Meisterschaftshymne.

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