Ein Ritt durch die Filmkultur des Ruhrgebiets

Hereinspaziert! Mello Hakopian, Philipp Peißen und Simon Albin veranstalten im September das  5. Video-Rodeo im Astra-Kino.
Hereinspaziert! Mello Hakopian, Philipp Peißen und Simon Albin veranstalten im September das 5. Video-Rodeo im Astra-Kino.
Foto: WAZ
Das Team vom Video-Rodeo lädt zum Kurzfilme-Machen und Gucken. Dabei geht es nicht um Preise, sondern um die Vernetzung von Filmemachern aus dem Pott.

Essen. Rauchende Colts, stürmische Pferde, wilder Westen – zugegeben: Danach sehen die drei Veranstalter vom Video-Rodeo nicht aus. Dennoch sind Philipp Peißen, Mello Hakopian und Simon Albin die Cowboys der Kurzfilme, ihre Veranstaltung ein Ritt durch die Filmkultur des Ruhrgebiets. Am 20. September zeigen sie zum fünften Mal ausgewählte Kurzfilme aus der Region.

„In dem Film muss es entweder ums Ruhrgebiet gehen oder die Filmemacher müssen hierherkommen“, erklärt Simon Albin. Dabei treffen die unterschiedlichsten Genres und Themen aufeinander. „Es sind viele Low-Budget-Produktionen und Heimvideos dabei, aber auch studierte Filmemacher mit einer geschulten Crew. Aber man merkt, die Qualität steigt von Jahr zu Jahr.“ Wie das Auswahlverfahren aussieht? Mello Hakopian lacht und erzählt: „Wir treffen uns und schauen uns die ganze Nacht die Filme an. Dann wird diskutiert.“

"Essen hat eine schöne Filmkultur"

Dabei geht es den Dreien nicht darum, den besten Film zu küren. „Der Netzwerkgedanke ist für uns viel wichtiger“, erklärt Hakopian. „Wir wollen Filmemacher aus dem Ruhrgebiet zusammenführen und ihre Arbeiten diskutieren.“ Darum ist eine weitere Voraussetzung, dass die Filmemacher beim Video-Rodeo selbst dabei sein müssen.

„Der Austausch mit den Zuschauern ist uns wichtig. Sogar Schauspieler wie Daniel Zieglmaier kamen bereits hierher, um Regisseure kennenzulernen“, berichtet Simon Albin. „Es sind meist die gleichen Gesichter, die sich hier treffen. Langsam werden wir eine Plattform für Filmemacher.“ Denn die fehlt bisher im Ruhrgebiet, davon ist Kameramann Philipp Peißen überzeugt: „Essen hat eine schöne Filmkultur, aber keine regionalen Kurzfilmtage. Es ist immer international.“ Deshalb beschränken sich die Drei auf den Pott.

"Wir wollen die Hütte voll kriegen"

Mit diesem Konzept schreitet das Video-Rodeo seit vier Jahren langsam voran. „Beim ersten Mal waren nur Leute dabei, die wir kannten“, erzählt Philipp Peißen. Damals zeigten neun Filmemacher ihre Werke in der Weststadthalle. „Wir waren ganz überrascht, dass die 100 Plätze besetzt waren. Das hat uns den Mut gegeben, auf ein richtiges Kino zuzugehen und Kinostimmung zu schaffen.“

Dieses Jahr sind sie zum dritten Mal im Astra, 29 Filme wurden bereits eingereicht. „Wir wollen die Hütte voll kriegen“, sagt Philipp Peißen und lacht. „Und vielleicht findet das Ganze ja eines Tages in der Lichtburg statt.“ Auch wenn für die drei Organisatoren kein Cent herausspringt, machen sie sich die Mühe gerne. „Wir haben Kosten für Druck und Server – und es kostet natürlich eine Menge Zeit“, sagt Peißen. „Aber wir haben einfach Bock drauf.“ Da sind sich die Drei einig.

 
 

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