Ein Glückstag für die Nord-City

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Freitag, der 13. darf getrost als Glückstag für den Norden der City notiert werden. Dort, wo einst ein Parkhaus zur hässlichen Bauruine verfiel, herrschte am Freitag an einer der größten Baugruben Essens nur Zuversicht, Freude und Optimismus. Die Allbau AG feierte an der Kreuzeskirche Spatenstich für das 53-Millionen-Euro-Projekt.

Essen.. Freitag, der 13. darf getrost als Glückstag für den Norden der City notiert werden. Dort, wo einst ein Parkhaus zur hässlichen Bauruine verfiel und schließlich als trauriges Symbol stand für den Niedergang des Quartiers, herrschte gestern an einer der größten Baugruben Essens nur Zuversicht, Freude und Optimismus. Allen voran Allbau-Chef Dirk Miklikowski, der mit einigem Stolz zum Spatenstich geladen hatte für das nach Unternehmens-Angaben größte Projekt in der nun bald 95-jährigen Geschichte der städtischen Wohnungsbau-Gesellschaft. Zwischen Kreuzeskirche, Rottstraße und Kastanienallee entsteht für gut 53 Millionen Euro ein neues Quartier, mit moderner Allbau-Zentrale, mit einer Kita, einem Café, mit Büros und vor allem mit begehrten Innenstadt-Wohnungen – als Zeichen des Aufbruchs im Norden der City.

Einen langen Atem

„Jeder Spatenstich bringt die Stadt nach vorne“, sagte Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß, „und nirgendwo in der Stadt war ich so oft wie hier, um Spatenstiche oder Richtfeste zu feiern“. Erst vor wenigen Tagen beispielsweise am neuen Hörsaalzentrum, davor im neuen Uni-Viertel: „Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, einen langen Atem zu haben und wie gut es ist, über eine städtische Wohnungsbaugesellschaft zu verfügen, sonst wäre die Entwicklung so nicht möglich gewesen.“ Dies war wohl auch als Hinweis zu verstehen zur Vorgeschichte: Projektentwickler Klaus Wolff, der früh das Potenzial des Quartiers an der Kreuzeskirche erkannt hatte, war mit seinen Ideen gescheitert. Schließlich sprang der Allbau ein, anfangs das Vorhaben eher nüchtern betrachtend, heute aber davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, das Projekt zu realisieren.

Das kann sich in der Tat sehen lassen: Gegenüber des GOP-Varietés entsteht die Allbau-Zentrale, mit 6.400 Quadratmetern Bürofläche, dazu 45 hochwertige und barrierefreie 2- bis 4- Raum-Mietwohnungen (zwischen 55 und 110 Quadratmetern), mit einem Innenhof als grüner Insel, dazu die neuen Büros der Arbeitsgemeinschaft der Behindertenverbände, die Mitte 2016 ins neue Gebäude umzieht und dafür das Haus der Verbände am Weberplatz räumen wird – der nächste Mosaikstein in der Quartiers-Entwicklung. Am ehemaligen Standort der Altstadt-Buchhandlung werden 50 Studenten-Wohnungen realisiert, die das Studentenwerk in die Betreuung übernimmt. Zur Kreuzeskirche ergänzt eine Kita für 70 Kinder und ein weiteres Bürohaus den Gebäudeblock. Ein Café schließlich soll für weiteres Leben im Viertel sorgen, dabei dürfte allein die Allbau-Zentrale die Fußgängerfrequenz locker um 40.000 Menschen jährlich steigern. Hier wird der Allbau-Kunde auf ein offenes und transparentes Haus treffen, mit „bestem Service“. Für die Laune der eigenen Mitarbeiter ist jedenfalls gesorgt: Neben den lichtdurchfluteten Büros gehören Duschen ebenso zur Ausstattung wie Fitness-Raum und Ruheinseln im Quartiersgarten.

Auch an die derzeit lärmgeplagten Nachbarn hat der Allbau gedacht: Mit „verschiedenen Veranstaltungen“ will Miklikowski die Riesenbaustelle ins Bewusstsein der Essener rücken: „Wir überlegen, die Baustelle und das entstehende Quartier kulturell zu bespielen. Das können Ausstellungen, Lichtinstallationen oder Vorstellungen von Künstlern sein.“ Dies wolle man mit den Akteuren vor Ort abstimmen, mit dem GOP-Varieté, dem Unperfekthaus, dem Generationenkulthaus oder dem Atelierhaus. OB Paß ist überzeugt: „Die Grundsteine für eine positive Entwicklung sind gelegt, es herrscht Aufbruchstimmung in der nördlichen Innenstadt.“ Wie gesagt, Freitag, der 13., ein Glückstag.

 
 

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