Ein Festival sprengt künstlerische Grenzen

Planen das Festival Querkultur im Unperfekthaus: Thoss Renneberg (li.), Lothar Reuschel und Achim Gerke.
Planen das Festival Querkultur im Unperfekthaus: Thoss Renneberg (li.), Lothar Reuschel und Achim Gerke.
Foto: Funke Foto Services
„Querkultur“ soll verbinden – Künstler ganz unterschiedlicher Genres, aber auch Menschen mit und ohne Behinderung. Am 14. März ist Premiere im Unperfekthaus.

Essen.. „Ich habe festgestellt, dass Leute, die in der Rockszene aktiv sind, einen Bogen ums Theater machen – und Theaterleute gehen meistens nicht auf Rockkonzerte.” Achim Gehrke, Gitarrist bei der Band „Fataal”, will das mit einem neuen Festival ändern: Bei „Querkultur” im Unperfekthaus sollen Genres keine Rolle mehr spielen.

„Das Festival soll jedem die Chance geben, Kulturangebote zu entdecken, die er sonst schlicht nicht wahrnimmt”, erläutert Gehrke, der weiß: „Gerade in der freien Szene geschieht so viel Tolles, das schlicht zu wenig Wahrnehmung erfährt.”

Darüber hinaus will Gehrke mit dem Festival etwas Gutes tun. „Als Kooperationspartner konnten wir die Lebenshilfe Essen gewinnen”, betont er. Dabei wird während des ganztägigen Festivals nicht nur für die Selbsthilfeorganisation von Menschen mit geistiger Behinderung, ihren Eltern, Angehörigen und Freunden gesammelt: „Menschen mit Behinderung beteiligen sich auch an der Organisation und der Programmgestaltung”, unterstreicht Lothar Reuschel von der Lebenshilfe. „Es soll ein Projekt sein, bei dem man nicht nur etwas für Menschen mit Behinderung tut, sondern bei dem sie ganz selbstverständlich integriert sind.” So tritt die Cellistin Katharina Reichelt auf: Sie kam mit Downsyndrom auf die Welt und „ist eine fantastische Künstlerin”, schwärmt Reuschel.

Trotz der kurzen Zeit ein beachtliches Programm

Zugegeben: Die große Mehrzahl auf den Bühnen sind Menschen ohne Behinderung. Reuschel: „Wir hätten das Programm dahingehend gerne ausgeglichener gestaltet, aber für Auftritte von Menschen mit Behinderung muss man zumeist längerfristiger planen.” Und wenngleich Achim Gehrke die Idee fürs Festival schon seit einigen Jahren mit sich trägt, kam die Umsetzung dann doch vergleichsweise kurzfristig. „Ich wollte das endlich stemmen.” So sei es auch zu erklären, dass das Projekt ohne Sponsoren auskommt: „Es fehlte schlicht die Zeit, Anträge bei Stiftungen und ähnlichem zu stellen”, so Gehrke. „Schlägt das Festival ein, werden wir bei einer Neuauflage sicherlich längerfristiger planen.”

Trotz dieser Umstände ist den Organisatoren ein ansehnliches Programm gelungen: Bands wie die Essener Bluesrocker „The Almost Three”, das Songwriterduo „Projekt Ben”, Gehrkes Rockformation „Fataal” die Big Band der Gesamtschule Holsterhausen oder die Bochumer Popband „Hörbuch” bespielen die Bühne im Saal. Die Akustikbühne gehört Liedermachern der neueren Generation wie „Der Imfeld” aus Düsseldorf, David Huhn aus Hamburg, dem Bochumer Tommy Finke oder dem Essener Martin Praetorius. Und auf der Theaterbühne ist neben Katharina Reichelt das Ensemble „8Frauen” zu sehen. Improtheater bringen zudem die Rhein-Flipper auf die Bühne.

 
 

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