Ein Dutzend neue Asylheime sind in Essen geplant

Jörg Maibaum
Das Asylbewerberheim Im Löwenthal in Essen-Werden. Die Stadt plant ein Dutzend weitere Einrichtungen.
Das Asylbewerberheim Im Löwenthal in Essen-Werden. Die Stadt plant ein Dutzend weitere Einrichtungen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt Essen will die Standorte sozial gerecht über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Es sind Einrichtungen für 30 bis 150 Menschen vorgesehen. Der Rat der Stadt entscheidet Ende Februar über das Konzept.

Essen. Die Stadt treibt ihre Pläne für neue Flüchtlingsunterkünfte voran: Rund ein Dutzend zusätzliche Einrichtungen mit bis zu 960 Plätzen sollen in diesem und im kommenden Jahr entstehen. Die Übergangsheime, die auf Dauer möglichst sozial gerecht über das Stadtgebiet verteilt werden sollen, werden rund um die Uhr betreut. Wie bereits in den beiden Behelfsunterkünften in Frintrop und Kupferdreh wird diese Aufgabe an das Essener Unternehmen „european homecare“ übertragen, so zumindest der Plan der Stadt, die nach NRZ-Informationen mit zusätzlichen Investitions-Kosten in deutlich zweistelliger Millionenhöhe rechnet.

In zwei Wochen soll das komplette Konzept vorgestellt und noch im Februar vom Rat der Stadt abgesegnet werden. Erste Planungen legte die Sozialverwaltung am Mittwoch einem interfraktionellen Arbeitskreis vor. Eine genaue Kostensumme wurde auch der Politik nicht genannt.

Altenessen-Süd ist "hot spot"

Von etwa 40 potenziellen Standorten, die in der Prüfung waren, sind am Ende bis zu 15 als geeignet geltende übrig geblieben. Über die möglichen Örtlichkeiten wurde erst einmal Stillschweigen vereinbart. Klar aber ist: Auf den Grundstücken entstehen entweder Einrichtungen unterschiedlicher Größe in Modul- oder Containerbauweise, in denen je nach Standort bis zu 150, aber auch 100 oder nur 30 Menschen untergebracht werden können. Zudem bleibt der ein oder andere bereits bestehende Standorte im Fokus: So könnte zum Beispiel das Asylheim an der Straße Im Löwental in Werden durchaus erweitert werden. Vor allem, wenn die vorgesehene „soziale Komponente“ greift, bei der nicht nur die Zahl der in Unterkünften, sondern auch die der in Wohnungen lebenden Flüchtlinge berücksichtigt wird. Denn legt die Stadt das Raster der insgesamt in den einzelnen Stadtteilen zu zahlenden Asylbewerberleistungen an, so ist zu erkennen, dass Werden durchaus noch aufnahmefähig sein könnte.

Altenessen-Süd zum Beispiel wäre nach diesen und anderen Sozialindikatoren schon jetzt außen vor. Durch die bei der Untersuchung der Kinderarmut gewonnenen Daten ist ersichtlich, dass der Stadtteil bereits genug belastet ist und zu einem der so genannten „hot spots“ in der Stadt zählt. Bevor der Rat der Stadt die künftigen Dauerstandorte für die zusätzlichen Asylheime Ende Februar absegnet, sollen die Bezirksvertretungen in die Pläne eingeweiht werden. Ob die Stadt ihren Bürgern eine zentrale Informationsveranstaltung anbietet, wie sie die Politik am Mittwoch anregte, ist nach NRZ-Informationen noch unklar, aber nicht ausgeschlossen.

Stadt fordert Beteiligung an den Kosten

Eine höhere zweistellige Millionensumme wird die Stadt in den Bau von rund einem Dutzend Übergangsheimen und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Bewohner stecken müssen. Die Stadt fordert eine finanzielle Unterstützung von Bund und Land, um diese Belastung nicht alleine stemmen zu müssen.

Die Asyl-Kosten sind stetig gestiegen: Im vergangenen Jahr hat Essen nach Angaben von Sozialdezernent Renzel 16,16 Millionen Euro aufgewandt. 2010 waren es noch rund fünf Millionen Euro weniger. Im vergangenen Jahr erstattete das Land gerade einmal 2,34 Millionen Euro.