Ein Blick in die Sterne-Küche von Nelson Müller

Lecker war es: Nelson Müller legte selbst Hand an.
Lecker war es: Nelson Müller legte selbst Hand an.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Sterne-Gastronom ließ unsere Leser in seiner Küche im Rüttenscheider Restaurant „Die Schote“ in die Töpfe schauen und servierte Leckeres.

Essen. Man merkt, dass Nelson Müller TV-Erfahrung hat. Wie in einem guten Krimi, lässt der Hauptdarsteller vor seinem Auftritt die Zuschauer ein wenig warten. Er kommt erst in seine Schote, als die Gäste schon ungeduldig geworden sind und fürchten, dass er gar nicht da ist. „Hier bin ich“, sagt der Sterne-Koch, als er unsere Leser beim Besuch in seinem Rüttenscheider Restaurant mit Handschlag begrüßt. „Etwas zu spät, aber ich hatte noch einen Geschäftstermin“, erklärt der 37-Jährige.

Blick in die Küche

Nelson Müller – Koch, Gastronom, Entertainer, Essener – hat sich in den letzten Jahren eine kleine Firmengruppe aufgebaut. Mit Kochschule. Mit dem Müllers auf der Rü. Mit seinen TV-Auftritten. Mit der Schote, die die Keimzelle seines unternehmerischen Handelns ist. Und er hat unsere Leser nicht nur in sein Sterne-Restaurant eingeladen. Die dürfen auch ins Heiligste der edlen Räumlichkeiten: In die etwa 30 Quadratmeter große Küche. Hier, im heißen Maschinenraum der Schote, komponieren vier Köche und ein Auszubildender jeden Abend die Menüs, die den Gästen als kulinarische Kunst serviert werden.

In der Küche wird aus dem sympathischen Nelson schon mal der strenge Herr Müller, wenn ihm die Zutaten der einzelnen Gänge nicht schnell genug angereicht werden. Für die Gruppe gibt es feinzarten Cajun-Lachs. Auf den begleitenden Mais für den Teller muss der Chef einen Moment zu lang warten. „Hopp jetzt“, sagt er und serviert einem seiner Köche einen fordernden Blick. Sekunden später steht die Schale mit dem gelben Gemüse vor ihm. „Geht doch“, sagt der Chef und drapiert eilig den Mais auf die Teller. „Es muss alles genau passen“, erklärt Nelson Müller. Der Geschmack gibt ihm Recht, wie die zufriedenen Gesichter der Leser zeigen, die das kleine Mahl im exklusiven Ambiente des Schote-Gastraums genießen. Das ist mit ruhigen Farben, Fengshui-Motiven und Elementen der afrikanischen Kultur gestaltet. „Ich mag die Mischung“, sagt Nelson Müller, der in Ghana geboren wurde und als Kind nach Deutschland kam.

Sterne-Küche ist kein einfaches Geschäft

Zwischen den 14 Tischen und 40 Stühlen hat Lauritz Jessen das Sagen. Der ist ausgebildeter Winzer, Sommelier der Schote und kennt zu jedem Gang den passenden Wein. Jessen ist sportlich angezogen, trägt Sneaker, T-Shirt, Jackett. „Sterne-Küche ist längst keine Krawatten-Sache mehr“, sagt er mit Blick auf die immer häufiger leger angezogenen Besucher in der Schote. „Wir freuen uns über jeden Gast.“ Sterne-Küche ist für die Bedienungen bewegungsintensiv (Jessen: „Bei neun Gängen ist man mindestens 18 Mal bei jedem Gast am Tisch. Da kommen am Abend einige Kilometer zusammen“) und für die Betreiber kein einfaches Geschäft. Ein Vier-Gänge-Menü kostet knapp 80 Euro. Plus Getränke.

Deshalb rührt Nelson Müller, bildlich gesprochen, in mehreren Töpfen, ist häufig im Fernsehen zu sehen und schon mal mehrere Tage nicht in seiner Schote. „Ich hatte mal einen schwarzen Tellerwäscher. Der hat, wenn ich nicht da war, ab und zu aus der Küche gewunken“, erzählt der Chef und schmunzelt. „Das übernehme ich inzwischen aber wieder selbst.“

 
 

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