Eigenheime statt Zukunftsschule?

Hans-Karl Reintjens
Nein, keine evangelische Zukunftsschule: Nun soll das Gelände der auslaufenden Gesamtschule Süd für Wohnbebauung genutzt werden, finden CDU und SPD.
Nein, keine evangelische Zukunftsschule: Nun soll das Gelände der auslaufenden Gesamtschule Süd für Wohnbebauung genutzt werden, finden CDU und SPD.
Foto: WAZ FotoPool
Nachdem die Kreissynode der Evangelischen Kirchen in Essen den Gründungsantrag für eine inklusive Gesamtschule, die sogenannte „Zukunftsschule“, mit überraschend deutlicher Mehrheit abgelehnt hat, fordern CDU und SPD eine neue Planung für das Gesamtschul-Gelände in Stadtwald.

Essen. Nach dem Aus für die Zukunftsschule der Evangelischen Kirche in Essen gibt es bereits erste Überlegungen, wie das rund 17.000 Quadratmeter große Schulgelände in Stadtwald anderweitig genutzt werden könnte.

Die Kreissynode hatte am Samstag die Schulpläne mit großer Mehrheit abgelehnt. Bei CDU und SPD gibt es nun sehr konkrete Forderungen zur Zukunft des Areals an der Frankenstraße: „Das Grundstück bietet sich hervorragend für die in unserer Stadt dringend benötigte Wohnbebauung an. Sowohl das bestehende Umfeld, als auch die verkehrliche Anbindung sind dafür prädestiniert“, meint Peter Dinkelmann, planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Neue Wohnsiedlung für junge Familien

Ein Teil der Fläche könne für eine Kindertagesstätte vorgesehen werden, da gerade in Stadtwald Betreuungsplätze fehlten. Eine neu entstehende Wohnsiedlung würde dadurch für junge Familien zusätzlich an Attraktivität gewinnen.

Nicht anders sieht das Hans Schippmann, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender und Ratsherr für Stadtwald: „Eine attraktive Wohnbebauung käme dem Charakter der Frankenstraße und der Eyhof-Siedlung am nächsten. Das muss man einfach mal feststellen, wenn es jetzt um eine neue Nutzung des Areals geht.“

Gebäude würde von Schule benötigt

„Die Immobilienverwaltung sollte die Fläche der Schule nun freigeben. Aufgrund der knappen Flächenressourcen im Essener Süden muss die Möglichkeit der städtebaulichen Neugestaltung an der Frankenstraße beherzt genutzt werden. Wir sind dazu bereit“, ergänzt der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Uwe Kutzner.

Essens Schuldezernent Peter Renzel wollte sich zu weiteren Plänen noch nicht äußern: „Erst einmal wird das Gebäude weiterhin von der Gesamtschule Süd benötigt, auch wenn die Schule ausläuft. Und über eine andere Nutzung haben wir vor dem Hintergrund der Pläne der Evangelischen Kirche bisher noch nicht gesprochen.“