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Ehrenmord-Prozess in Essen: „Es ging um Töten, Köpfen, Schlachten“ – markerschütternde Aussage des Kronzeugen

Markerschütternde Aussage beim Ehrenmord-Prozess in Essen.
Markerschütternde Aussage beim Ehrenmord-Prozess in Essen.
Foto: Peter Sieben

Essen. Ein Killer-Kommando eines syrischen Familienclans wollte Mohammad A. (19) foltern und töten. Er soll durch eine geheime Beziehung mit der verheirateten Sina M. die Familienehre beschmutzt haben - dafür sollte er sterben.

Im Ehrenmord-Prozess in Essen sagte am Mittwoch der Kronzeuge aus. Mehyaddin O. (25) steht selbst im Saal des Landgerichts Essen unter Personenschutz – von seiner Aussage hängt im Prozess viel ab.

Ehrenmord-Prozess in Essen: Kronzeuge schildert grausame Tat im Detail

„Es ging um Töten, Köpfen, Schlachten“, so Mehyaddin O im Ehrenmordprozess in Essen. Bereits seit über einem Monat war die Familie mit den Planungen zum Ehrenmord beschäftigt, so will es O. aus den Gesprächen herausgehört haben. Er selbst kannte bis dahin nur Mostafa M. (23), mit dem er sich drei Monate zuvor angefreundet hatte.

„Mit Worten kriegen wir unsere Ehre nicht wieder“, soll der ebenfalls angeklagte Jalal B. (35) beim Treffen in der Wohnung der Familie gesagt haben. Auch Sina M war anwesend. Auch sie sollte getötet werden. Doch ihr Bruder rief: „Wer sie tötet, den werde ich töten! Auch wenn es mein eigener Vater ist.“ Am Ende wurde sie verschont.

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Ohne Mehyaddin O. zu sagen, wo es hinging, fuhren ihn die Familienmitglieder noch in derselben Nacht zu einem Café. Er sei „hintergangen“ worden. Am Zielort wurde das Foto des späteren Opfers auf einem Handy herumgezeigt. Als sie ihn entdeckten, ging alles sehr schnell.

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„Ali schrie auf, rannte los und schlug Mohammad A.“, berichtet O. vom Start der Eskalation. Das Opfer lief weg, doch alle rannten hinter ihm her und stellten ihn. „Alle schlugen auf ihn los, er bekam heftige Schläge ab, zwei davon ins Gesicht“, schildert O. Dann versagt seine Stimme, er beginnt zu weinen.

Kronzeuge im Ehrenmord-Prozess: „Sie waren wie besessen“

„Mohammad A. flehte sie an, doch sie waren wie besessen. Er bekam hässliche Schläge ab. Sie forderten sein Handy, wollten die Informationen darin. Ich habe ihm so gut es geht geholfen, sagte ihm, er solle es ihnen geben, dann würden sie aufhören“, so O.

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Ali A. habe weiter auf das Opfer eingeschlagen, „ich glaube, er war auch kurz ohnmächtig. Sie schlugen mit einer Holzlatte auf seinen Kopf“. A. schlug demnach so lange auf Mohmmad ein bis er „fix und fertig“ an der Mauer lehnte. „Dann zog Mostafa ein Messer“, sagt O.

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„Haltet ihn für mich fest“, soll Mostafa gesagt haben. Er wollte ihm ein Ohr abschneiden, so der Kronzeuge. Mohmmad A. wurde beschimpft und beleidigt, „doch er konnte vor Schmerzen nicht antworten“.

Als die Polizei kam, liefen alle weg. Im Auto, in dem auch O. saß, habe Houssein M. (27) berichtet, er habe sich ein Stück Zahn abgebrochen, als er A. biss. „Ich glaube, ich habe ihm etwas aus dem Gesicht geschnitten“, sagte M. laut Mehyaddin O. im Auto.

 
 

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