Essen

Versuchter Ehrenmord in Essen: Staatsanwaltschaft gibt neue Details bekannt

In Essen hat es Ende Mai einen versuchten Ehrenmord gegeben.
In Essen hat es Ende Mai einen versuchten Ehrenmord gegeben.
Foto: Lars Heidrich/Funke Foto Services
  • Ende Mai wurde ein Mann von einer Gruppe Männer und Frauen brutal zusammengeschlagen
  • Opfer wurde lebensgefährlich verletzt
  • Staatsanwaltschaft spricht von versuchtem Ehrenmord

Essen. Ende Mai kam es zu einem brutalen Angriff auf der Steeler Straße in Essen: Mehrere Männer und Frauen attackierten einen 19-jährigen Syrer mit Fäusten, Tritten und auch Messerstichen und verletzten ihn lebensgefährlich. Besonders perfide: Sie filmten Teile der Tat.

Versuchter Ehrenmord in Essen

Erst danach wurde aber das ganze Ausmaß des Angriffs klar: Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Essen kurz nach der Tat bestätigten, handelte es sich um einen versuchten Ehrenmord.

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Der Grund: Der 19-Jährige hatte ein Verhältnis zu einer ebenfalls 19-Jährigen, die allerdings verheiratet war - die Ehe soll arrangiert gewesen sein. Als das Verhältnis aufflog, sollten laut Staatsanwältin Birgit Jürgens beide Ehebrecher getötet werden. So hatte es einer der Tatverdächtigen ausgesagt - das sei so Sitte.

Versuchter Ehrenmord: Mädchen überlebte nur wegen eines Angehörigen

Das Mädchen überlebte nach Angaben der Ermittler nur, weil sich innerhalb des Familienrates ein Angehöriger für sie ausgesprochen hatte.

Erst vor einigen Wochen konnten die Ermittler zwölf Tatverdächtige dingfest machen. Der erste Tatverdächtige wurde noch am selben Tag festgenommen.

Bei Wohnungsdurchsuchungen in Niedersachsen, Essen und Sachsen-Anhalt wurden Beweise gefunden, die zunächst sechs weitere Festnahmen ermöglichten.

Alle Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft

Danach stellten sich die anderen Verdächtigen selbst, zuletzt auch der 28-jährige Ehemann der 19-Jährigen.

Laut Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens sitzen alle Tatverdächtigen nach wie vor in Untersuchungshaft, alle haben mittlerweile einen Rechtsanwalt für eine Verteidigung eingeschaltet.

Versuchter Ehrenmord in Essen: Anklage noch nicht erhoben

Eine Anklage gibt es noch nicht, die Ermittlungen zum versuchten Ehrenmord sind noch nicht abgeschlossen.

Nach der Tat musste das Opfer notoperiert werden, es überlebte nur durch Glück und schnelles Handeln der Ärzte.

Wie es dem Mädchen geht, ist unklar

„Dem Opfer geht es verhältnismäßig gut. Es lebt weiterhin in Essen“, sagt Birgit Jürgens am Mittwochmittag gegenüber DER WESTEN.

Wie es dem Mädchen geht, weiß die Oberstaatsanwältin allerdings nicht. Es bereute seine Affäre gegenüber der Familie und lebt nach der Festnahme beider Eltern, des Onkels und des Ehemanns allein in einer Wohnung.

Polizei hatte Kaufvertrag gefunden

Die Polizei hatte in der Wohnung des Ehemanns und der 19-Jährigen unter anderem einen Kaufvertrag für die junge Frau über mehrere Tausens Dollar gefunden.

 
 

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