Ehemalige AStA-Mitarbeiter von Betrugsvorwurf freigesprochen

Die Studentenkneipe KKC auf dem Essener Campus.
Die Studentenkneipe KKC auf dem Essener Campus.
Foto: Eva Adler
  • AStA-Mitarbeiter der Uni Duisburg-Essen vom Untreuevorwurf freigesprochen
  • Geld aus der Studentenkneipe KKC nicht in die eigene Tasche gewirtschaftet
  • Auch die Staatsanwaltschaft sieht keinen Beweis für eine Straftat

Essen.. Erleichterung auf der Ziellinie: Nach fünf Jahre dauernden Ermittlungen hat das Landgericht Essen am Mittwoch die ehemaligen Mitarbeiter des AStA an der Uni Duisburg-Essen vom Vorwurf der Untreue freigesprochen.

“Ich will endlich neu beginnen und einen Schlussstrich ziehen”, hatte der ehemalige Duisburger CDU-Ratsherr Boris Schön (40) in seinem letzten Wort erklärt. Schon da war ihm und seinen beiden Mitangeklagten Oliver Bay (44), ebenfalls aus Duisburg, und dem Düsseldorfer Dursun S. (59) Erleichterung anzumerken. Denn da hatte bereits Staatsanwalt Gregor Hähner Freispruch für alle Angeklagte beantragt.

Anonymes Schreiben hatte sie der Untreue bezichtigt

Schön und Bay saßen damals in der Führungsspitze des AStA, in dem die Studenten sich selbst verwalten. In dieser Funktion leiteten sie auch die Studentenkneipe KKC auf dem Essener Campus der Uni Duisburg-Essen. Ein anonymes Schreiben hatte sie vor Jahren bezichtigt, bei dieser Tätigkeit Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Unterschrieben war das Papier, das der Staatsanwaltschaft und vielen anderen Institutionen zuging, von einem “Sumpfgeist”.

Die Staatsanwaltschaft begann mit Ermittlungen, die Jahre später in eine Anklage mündete. Untreue in Höhe von 500.000 Euro wurde den beiden AStA-Mitarbeitern vorgeworfen. Der dritte Angeklagte, der den Betrieb in der Kneipe geleitet hatte, musste sich wegen Beihilfe verantworten, weil er einen Teil der Gelder angeblich ohne jede Leistung kassiert hatte.

Verteidiger erheben Vorwürfe gegen Ermittlungsbehörden

Staatsanwalt Gregor Hähner räumte in seinem Plädoyer ein Umdenken ein. Die Beweisaufnahme habe ergeben, dass sehr wohl Geld für echte Gegenleistungen gezahlt worden seien. Allerdings sei die Buchführung nicht so vorbildlich gewesen, dass dies auf den ersten Blick zu erkennen sei. Heute ist er offenbar klüger: “Nachlässigkeit ist etwas ganz anderes als vorsätzliche Untreue.”

Die Verteidiger Jörg Pelz und Gerhard Thien hatten in ihren Plädoyers zum Teil heftige Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden erhoben. Pelz wies auf die Aussagen der Zeugen vor Gericht hin, die das Bild klar gemacht und die Angeklagten entlastet hatten. Pelz: “Wären die Vernehmungen zuvor zuverlässig durchgeführt worden, dann wäre schon früh viel ausgeräumt worden.” Verteidiger Thien erinnerte an die wirtschaftlichen Stillstand der Angeklagten, weil diese wegen des laufenden Verfahrens keinen neuen Job bekommen konnten. Thien: “Und jetzt sehen alle, dass an den Vorwürfen nichts, rein gar nichts dran ist.”

Richter Johannes Hidding, Vorsitzender der XXI. Wirtschaftsstrafkammer, nutzte die Urteilsbegründung zu der Erklärung, aus welchem Grund seine Kammer die Anklage überhaupt zugelassen habe. Die Papierform in der Akte, so Hidding, sei ganz anders gewesen als die Zeugenaussagen. Zwei Punkte nannte er: “Die Verträge waren von großer Intransparenz geprägt. Und die Angeklagten hätten früher korrigierend reden können.”

 
 

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