Essen

Du brauchst Hilfe oder willst helfen? In der Essener Facebook-„Handwerkwerkergruppe“ wird Nachbarschaftshilfe gelebt

Hier wird Nachbarschaftshilfe groß geschrieben!
Hier wird Nachbarschaftshilfe groß geschrieben!
Foto: Screenshot „Die Handwerkergruppe“
  • Du brauchst handwerkliche Hilfe? Oder willst einfach nur einen Kuchen backen und weißt nicht, wie?
  • Kein Problem - in der Essener Facebook-„Handwerkwerkergruppe“ helfen sich alle gegenseitig
  • Ohne Bezahlung, einfach nur aus Nächstenliebe - das ist echte Nachbarschaftshilfe!

Essen. Erst mal ein Bierchen nach einer erfolgreichen Handwerks-Aktion. Denn Kai Dünschmann (30) und Achim Feldhordt haben gerade zusammen mit anderen einer alleinerziehenden Mama ein komplettes Kinderzimmer renoviert.

Ratschlag, Farbe oder Kuchen-Skills: alles aus Nächstenliebe!

Und das Ganze für Umme. Ohne die Frau vorher gekannt zu haben. Einfach, um zu helfen. Dass solch eine tolle Aktion zustande gekommen ist, liegt an der neuen Facebook-„Handwerkwerkergruppe“, die Anfang Mai gegründet wurde.

Rund 1.600 Essener sind schon eingetreten. Ob nun werdende Mami aus Karnarp, Rüttenscheider Handwerker, junge Gärtnerin oder Hobby-Bäckerin. Nachbarschaftshilfe über die Stadtteil-Grenzen hinweg. Ein Geben und Nehmen.

Nicht alle sind handwerklich begabt. Die einen bieten dafür ihr Wissen und Know-how an, die anderen verschenken Materialien, wie Farbe. Sogar Babysitting-Dienste für seinen geliebten Vierbeiner findet der Essener hier.

Ableger der Gruppe „Du weiss, dat Du aus Essen komms, wenn ...'“

Auf die Idee kamen die beiden Essener Kai Dünschmann (30) und Achim Feldhordt (47). „Es ist ein Ableger der großen Gruppe 'Du weiss, dat Du aus Essen komms, wenn ...'“, sagt Feldhordt. In der anderen Gruppe seien vermehrt Hilfegesuche von verzweifelten Essenern aufgetaucht, die jedoch nicht reingepasst hätten. Das wollten die beiden Männer ändern. „Da Kai und ich sehr gerne helfen, haben wir gesagt: Lass uns doch mal eine Gruppe gründen.“

Hilfsanfragen und -gebote werden geprüft

Zusammen mit ein paar Freunden steuern sie nun als Administratoren die „Handwerkergruppe“. Doch bevor die Beiträge veröffentlicht werden, schauen die Jungs meistens einmal bei den Leuten zu Hause vorbei, um einen Überblick zu bekommen.

Wenn die Hilfegesuche veröffentlicht wurden, schreiten sie oder andere Helfer, die sich über die Gruppe gemeldet haben, zur Tat. Ob Laminat, neue Tapeten oder Lampen anbringen - alles, was nicht zu gefährlich und besser professionell erledigt werden sollte, wird angegangen.

Riesige Resonanz: Doch pass auf Abzocker und schwarze Schafe auf!

Aber aufgepasst! Die Gruppe ist nicht dafür da, seine Dienste gegen Geld anzubieten. Es hätte auch schon solche schwarzen Schafe in der Gruppe gegeben, sagt Feldhordt. Doch die würden wieder aussortiert: „Es soll rein freundschaftlich sein - nachbarschaftlich.“

Auch sollten die Hilfesuchenden und ihre Helfer sich vor den Freundschaftsdiensten über ihre Versicherungslage informieren. Ist eine Haftpflichtversicherung vorhanden? Was ist dann zu tun? Wer trägt die Verantwortung?

(jgi)

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