Drogen-Dealer am Berliner Platz bei Groß-Razzia im Visier

Bei einer Razzia im Berliner Platz hat die Polizei drei Männer festgenommen.
Bei einer Razzia im Berliner Platz hat die Polizei drei Männer festgenommen.
Foto: Klaus Micke / WAZ FotoPool
Wegen einer Groß-Razzia ging am Nachmittag kurzfristig rund um den Berliner Platz gar nichts mehr. Die Polizei hatte den U-Bahnhof abgeriegelt, um den Drogendealern aus Schwarzafrika auf die Schliche zu kommen, die dort seit mehreren Monaten verstärkt aufgetreten sind.

Essen. Die Polizei zeigt Flagge am Limbecker Platz: Bei einer Razzia haben Beamte des Drogenkommissariates und der Einsatzhundertschaft zwei mutmaßliche Dealer und einen Käufer gestellt. Der Einsatz richtete sich gegen eine Bande schwarzafrikanischer Kokain- und Heroindealer, gegen die die Drogenfahnder seit Monaten ermitteln. Weitere Razzien werden folgen, hat die Polizei schon angekündigt.

Seitdem die Polizei hart durchgegriffen hat gegen den verdeckten und offenen Drogenhandel auf Altendorfer und Helenenstraße, hat sich unter dem Einkaufszentrum eine neue Szene gebildet. Der Handel lief in den Tunneln, aber inzwischen sogar im Einkaufszentrum, zuweilen so offen ab, dass Pendler, Einkaufsbummler, Kaufleute und die Evag massive Beschwerden bei der Polizei vorgebracht haben. Jetzt hat die Behörde beschlossen, in die Offensive zu gehen.

Die schwarzafrikanischen Dealer sind 16 bis 25 Jahre alt und stammen ausnahmslos aus Guinea. Sie handeln mit kleinen Portionen Kokain und Heroin, die sie im Mund tragen und bei der Gefahr einer Kontrolle herunterschlucken. Nach Einschätzung der Drogenfahnder sind sie sehr gut organisiert und betreiben eine Gegenaufklärung gegen die Polizei. „Wenn am Cinemaxx ein Streifenwagen vorbei fährt, kriegen die Dealer im U-Bahn-Tunnel einen Anruf aufs Handy und springen in die nächste Bahn“, berichtet ein Drogenfahnder.

Deshalb musste die erste Razzia der geplanten Serie sorgfältig organisiert sein. Zivilfahnder des Drogenkommissariates observierten die U-Bahn- und die Straßenbahnebene darunter vor dem eigentlichen Einsatz: Nichts peinlicher, als am Ende der Razzia mit leeren Händen dazustehen.

Zwei mutmaßliche Dealer aus Guniea sowie ein Käufer flüchteten

Um 15.20 Uhr gab Einsatzleiter Bernhard Minnebusch von der Polizeiinspektion Mitte das Signal zum Zugriff. Beamte der Einsatzhundertschaft, gesteuert von den Zivilfahndern, blockierten die zahlreichen Zugänge zu den U-Bahn- und Straßenbahngleisen. Zwei mutmaßliche Dealer (18 und 19 Jahre) aus Guniea sowie ein Käufer (35 Jahre) aus Katernberg flüchteten vor den Beamten hinauf in die Verteilerebene - um dort weiteren Beamten der Einsatzhundertschaft in die Arme zu laufen. Mit Handschellen und Kabelbindern gefesselt, wurden die Tatverdächtigen zur erkennungsdienstlichen Behandlung ins Polizeipräsidium gebracht.

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Insgesamt 18 Mitglieder der Bande haben die Drogenfahnder der Polizei in den letzten Monaten verhaften können. Sie haben den Eindruck, dass der Nachschub an Dealern ins Stocken gekommen ist.

Während die Einsatzhundertschaft weiter das Tunnelsystem unter dem Limbecker Platz durchstreifte, zog Einsatzleiter Minnebusch eine erste Bilanz. Nicht die Zahl der Festnahmen sei entscheidend gewesen, sagt der Polizeihauptkommissar: „Ziel des Einsatzes war es unter anderem, den Dealern keine Freiräume zu überlassen. Weiterhin soll das Sicherheitsgefühl der Bürger durch die massive Kontrolltätigkeit gestärkt werden.“ Botschaft angekommen.“

 
 

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