Essen

Unglaublich! 53 deutsche Börsen-Unternehmen wollen ausdrücklich keine Frauen im Vorstand – auch drei aus Essen

Frauen im Vorstand - bei vielen Unternehmen einfach nicht geplant. (Symbolbild)
Frauen im Vorstand - bei vielen Unternehmen einfach nicht geplant. (Symbolbild)
Foto: imago/Westend61

Essen. 8,8 Prozent – so traurig niedrig ist der Frauenanteil in den Vorständen deutscher Börsen-Unternehmen. Kaum ein westliches Industrieland hat eine derart schwache Frauenquote.

Und unglaublich, aber wahr: Ein Drittel der Dax-Unternehmen will sogar ganz offiziell NULL Prozent Frauen im Vorstand. Dieses Ziel haben sich 53 Aktiengesellschaften ausdrücklich bis 2022 gesetzt. Auch drei Konzerne aus Essen gehören dazu.

Essen: 53 Dax-Unternehmen wollen keine Frauen im Vorstand – auch RWE, Hochtief und Brenntag

Der Grund: Die insgesamt 160 börsennotierten Unternehmen in Deutschland sind gesetzlich verpflichtet, eine Zielgröße für den Frauen-Anteil im Vorstand zu bestimmen, die sie bis 2022 erreichen wollen.

Diese Zielgröße kann allerdings völlig frei gewählt werden. Und so wählten 53 Konzerne ganz offiziell die „Zielgröße Null“. Das fand eine Studie der Allbright-Stiftung heraus.

Mit RWE, Hochtief und Brenntag sind auch drei Aktiengesellschaften aus Essen bis 2022 mit der „Zielgröße Null“ unterwegs.

Auch der Duisburger Metallhändler „Klöckner & Co“ hat dieses Ziel im Geschäftsbericht stehen, sowie fünf weitere Dax-Konzerne aus NRW: Bechtle (Beelen), Indus (Bergisch Gladbach), LEG Immobilien, Rheinmetall (beide Düsseldorf) und Vossloh (Werdohl).

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Schon fast nach Satire klingt die entsprechende Passage im Geschäftsbericht von TLG Immobilien: „Für den Vorstand der TLG Immobilien AG liegt die Mindestzielgröße für den Frauenanteil bei Null. Diese Zielgrößen sollen bis zum 30. Juni 2022 nicht unterschritten werden.“

Die „Zielgröße Null“ klingt jedoch frauenverachtender als sie in Wahrheit ist. Denn in allen Fällen entsprach die Zielgröße lediglich dem Status quo zum Zeitpunkt der Beschlussfassung.

Lichtblick: Frauenquote in Aufsichtsräten steigt

Die Unternehmen hatten damit also klar gemacht, dass sie keine personellen Änderungen im Vorstand anstreben. Immer noch kein Grund zu jubeln – aber immerhin eine Erklärung.

„Die RWE-Holding hat insgesamt nur zwei Vorstandsmitglieder“, erklärt beispielsweise der Essener Energie-Riese RWE via Twitter. „Eine Vergrößerung des Gremiums ist nicht geplant.“

Ein Lichtblick: Ist die Frauenquote der Dax-Unternehmen mit insgesamt 8,8 Prozent weiter extrem niedrig, stieg immerhin die Zahl der Frauen in den Aufsichtsräten der Börsen-Konzerne laut Allbright-Stiftung in den letzten Jahren auf 30,2 Prozent.

 
 

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