Doppelt so viele Unfälle wie im Schnitt

Kai Süselbeck
Gesperrte Straßen, zahlreiche Unfälle - dieses Bild prägte in den vergangenen Tagen auch Essen. Foto: Dennis Straßmeier
Gesperrte Straßen, zahlreiche Unfälle - dieses Bild prägte in den vergangenen Tagen auch Essen. Foto: Dennis Straßmeier
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Auf Essens Straßen passierten in den Schnee-Chaostagen zwischen dem 17. und dem 21. Dezember 608 Unfälle. Das ist mehr als doppelt soviel wie im Durchschnitt. Wer einen Unfall meldete, musste bis zu einer Stunde auf die Polizei warten.

Auf Essens Straßen passierten in den Schnee-Chaostagen zwischen dem 17. und dem 21. Dezember 608 Unfälle. Das ist mehr als doppelt soviel wie im Jahresdurchschnitt 2009 (294 Unfälle in fünf Tagen). Mehr als die Hälfte davon (318) sind als Glätteunfälle ausgewiesen. Tatsächlich werden es aber „100 bis 200 Unfälle mehr sein“, sagt Polizeisprecher Peter Elke. Diese Dunkelziffer entsteht, weil die Polizei wegen der Einsatzhäufung bei der Aufnahme der Unfälle hoffnungslos überlastet war.

Wer in den letzten Tagen der Polizei einen Unfall mit Sachschaden meldete (Polizeijargon: VU S), bekam von den Beamten in der Leitstelle zu hören: Das kann dauern. Peter Elke: „Einsätze, bei denen Gefahr im Verzug ist oder Menschen verletzt wurden, ziehen die Kollegen natürlich vor.“ Bis zu einer Stunde Wartezeit waren keine Seltenheit. In vielen Fällen haben sich die Unfallbeteiligten dann selbst auf die Regulierung des Schadens geeinigt, weil ihnen die Wartezeit zu lang wurde. Solche Fällen sind dann in der Polizeistatistik gar nicht passiert, weil sie nicht von den Polizeibeamten aufgenommen wurden und so auch keine Ursache ermittelt wurde.