Diskussion: So erklären Nichtwähler in NRW ihre Entscheidung

Darum ist deine Stimme wichtig

Am Sonntag ist die Landtagswahl. Interessiert mich nicht, meine Stimme hat doch eh keinen Wert, könntest du denken. Stimmt aber nicht. Warum erklären dir diese jungen Politiker.

Am Sonntag ist die Landtagswahl. Interessiert mich nicht, meine Stimme hat doch eh keinen Wert, könntest du denken. Stimmt aber nicht. Warum erklären dir diese jungen Politiker.

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  • Am Sonntag wählt NRW einen neuen Landtag
  • Warum gibt es so viele Nichtwähler? In einer Facebook-Diskussion nennen Nutzer Frustration als Hauptgrund
  • Doch der Großteil sagt: Ich geh' wählen - nur so kann ich etwas verändern

Wählen gehen - das ist demokratische Bürgerpflicht. Wer nicht wählt, darf sich auch nicht über die Politik beschweren - und macht politische Extreme rechts und links stark. Das sind die gängigen Argumentationen, um Nichtwähler an die Urnen zu locken.

Doch warum verweigern sich manche Menschen unserem demokratischen System? Zweifeln sie - oder sind sie einfach nur faul? Wir haben unsere Nutzer vor der Landtagswahl in NRW bei Facebook gefragt.

Hier eine Auswahl (nicht editierter) Antworten:

Der Hauptgrund: Frustration

Nichtwähler Andreas H. schreibt: „Wählen zwischen Pest und Cholera! Stimme abgeben und dann machen sie weiter und weiter und weiter und weiter........So wie sie wollen ,aber nicht wie es der Wähler will. Volksvertreter haben den Bezug zur Realität komplett verloren. Der Wähler gilt nur bei der Wahl , danach wird er für 4 Jahre vergessen!“

Christian S. schreibt: „(...) Ist doch eh egal was man wählt. Die Suchen sich Solange ein Koalitionspartner, bis man weiter im Sessel sitzen bleiben kann. Wenn Es für die SPD oder CDU nicht reicht , tut man sich halt zusammen, sollte man immer noch keine Mehrheit haben nimmt man halt noch FDP Grüne und Linke dazu. Hauptsache schön im Sessel bleiben. Mit Wahlen verändern wir hier überhaupt nichts. Gibt den Idioten nur ein Gutes gefühl, das sie angeblich was beeinflussen können.“

Sandra Sch. meint: „Ob ich wähle oder nicht die machen trotzdem was sie wollen.“

Leslie T. schreibt: „Ich geh nicht , bringt doch sowieso nichts.“

Doch genau diese Argumentation will der Großteil der Nutzer, die unter unserem Post diskutierten, nicht gelten lassen.

Jasmine S. antwortet zum Beispiel: „Und wenn 2 Millionen weitere so denken wie du, dann hat man den Salat. Wenn wir alle unser Wahlrecht in Anspruch nehmen würden, würde es nämlich sehr wohl was bringen. Raff dich auf, du hast Sonntag bis 18 Uhr zeit und das dauert keine 5 Minuten. In anderen Ländern wären die Menschen sehr froh, wenn sie wählen dürften.“

Die meisten Nutzer finden: Wer nicht wählt, darf sich hinterher auch nicht beschweren.

So wie Christian P.: „Wer nicht wählt der darf sich nachher nicht über die Zustände im Land beschweren. Denn nur wer wählt hat Einfluss auf sein politisches Umfeld. Egal welche Partei man wählt. Hauptsache wählen gehen. Und selbst eine starke Opposition ist wichtig in einer Demokratie, die dann Mißstände öffentlich machen kann.“

Michael M. findet: „Wählen ist Pflicht. Ich verstehe jeden der sagt, es ist die Wahl zwischen Glatze und keine Haare, aber dafür gibts den Wahlomat. Einfach mal machen und wundern, warum es dann meist nicht die Alternative für Diktatörchen wird.“

Einige Nichtwähler wollen dieses Mal offenbar zur Wahl gehen. So wie Carina M.: „Eigtl bin ich ein Nichtwähler aber in Anbetracht dessen, was in der Politik vor sich geht, ist es meine Pflicht n Kreuzchen zu machen... Wobei ich keine Ahnung hab wen ich wählen soll.“

Was sagen die Zahlen?

Seit 2016 geben wieder mehr Menschen ihre Stimme bei Landtagswahlen ab. So stieg zuletzt im Saarland die Wahlbeteiligung um 8,1 Prozentpunkte auf 69,7 Prozent.

Bei der Mobilisierung von Nichtwählern ist eine Partei besonders erfolgreich: die rechtspopulistische AfD.

„Die AfD mobilisiert auch Dauer-Nichtwähler“, sagt der Chef des Instituts Forsa, Manfred Güllner. Das seien Menschen, die schon lange nicht mehr zur Wahl gegangen seien und die Demokratie deutlich stärker in Frage stellten als die deutlich größere Gruppe der sporadischen Nichtwähler, die sich selbst eher als "Wähler im Wartestand" bezeichneten.

Aber nicht allein das Aufkommen der AfD sorgt für einen Anstieg der Wahlbeteiligung. Gezeigt hat das Ende März die Landtagswahl an der Saar. Dort profitierte die CDU so stark wie keine andere Partei von vorherigen Nichtwählern. Eine drohende rot-rote Koalition habe der CDU bei der Mobilisierung geholfen, erklärt Meinungsforscher Güllner.

Auch das könnte ein Grund sein, warum sich NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft diese Woche noch schnell gegen eine rot-rot-grüne Koalition ausgesprochen hat.

Hier erklären die vier Jungpolitiker aus NRW, warum du unbedingt wählen gehen solltest ›

(mto/dpa)

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