Essen

Dieses Gefühl wenn dich jeder hasst. Und dabei willst du doch nur Radfahren

Franziska Bombach
Radfahren ist in Essen keine Entspannung.
Radfahren ist in Essen keine Entspannung.

Essen. Motorradfahrer sind Organspender. So heißt es zumindest. Ich stelle fest: Gleiches gilt mittlerweile auch für Radler. Nicht die Hosen oder das leckere Getränk.

Nein, Radfahrer. In den letzten Tagen wurde ich – neues Mitglied in dieser Community – an verschiedenen Orten in Essen bereits versehentlich ignoriert, mutwillig übersehen, über den Haufen gerannt und beschimpft.

Fußgänger sind schlimmer als Autofahrer

Und dabei sind nicht einmal die Autofahrer das Problem. Fußgänger sind des Übels Wurzel.

Ob die alte Oma, die sich in der Innenstadt von mir bedrängt fühlt und mit ihrem Stock nach mir wedelt „Sie Rowdy!“, obwohl ich noch fünf Meter entfernt bin und im Schneckentempo fahre.

Oder die Schulklasse, die den Radweg auf der Hachestraße nicht freimachen möchte für mich: Ich bin ein Störfaktor im Universum Straßenverkehr.

Dabei wollen alle Städte, auch Essen, doch unbedingt radfahrerfreundlich sein. Schließlich gibt es dafür extra Geld in das klamme Stadtsäckel.

Sagt das auch mal jemand den Leuten auf der Straße?

Nur hat das anscheinend noch niemand manch einem Passanten mitgeteilt.

Von den „Smombies“ mal ganz abgesehen. Sie laufen auf dem Radweg am Ibis-Hotel, die Nase steckt bis zum Anschlag im Smartphone und erschrecken sich fast zu Tode, wenn ich auf sie zu fahre und laut „Achtung“ rufe oder klingele.

Ach ja, klingeln ist auch noch so eine Sache. Machen wir Radfahrer es nicht, um auf uns aufmerksam zu machen, gelten wir als dreist und als Straßen-Cowboys.

Uns gehört die Welt. Nicht.

„Ihnen gehört wohl die Welt“, wird mir dann auch gern mal im Südviertel hinterher gerufen, selbst wenn ich noch genügend Abstand zum Überholten habe.

Nutzen wir die Klingel, um uns den Weg freizumachen, erleiden manche Menschen nahezu einen Schock oder beschweren sich ebenfalls über die Rabauken auf der Straße am Baldeneysee.

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