Essen

„Dieses Beispiel für Ungerechtigkeit ist etwas Besonderes“: Verkäuferin aus Essen-Altendorf beeindruckt Martin Schulz

Martin Schulz löst sein Versprechen

Martin Schulz hatte Maurike Maaßen in einer Fernsehsendung versprochen, sich persönlich mit Verkäuferinnen aus dem Einzelhandel in Essen zu treffen.

Martin Schulz hatte Maurike Maaßen in einer Fernsehsendung versprochen, sich persönlich mit Verkäuferinnen aus dem Einzelhandel in Essen zu treffen.

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  • Bei „Anne Will“ hatte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz der Verkäuferin Maurike Maaßen versprochen, sie und ihre Kollegen in Essen zu besuchen
  • Er werde sich ihre Probleme anhören
  • Nach wochenlanger Funkstille löste Schulz sein Versprechen ein - und zeigte sich tief beeindruckt
  • Auch Maaßen war überrascht: „Man kann ihm vertrauen“

Essen. Am Ende hat es dann doch geklappt: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sein Versprechen gehalten und Maurike Maaßen in Essen besucht.

Schulz hatte der Kassiererin aus Essen-Altendorf nach einer Folge des „Anne Will“-Talks zugesichert, dass er sie besuchen wird: um mit ihr und ihren Kollegen über schlechte Jobbedingungen zu sprechen und über Lösungen zu diskutieren.

Alleinverdienerin pflegt schwerkranken Mann

Nach wochenlanger Funkstille kam dann er jetzt tatsächlich: Am Donnerstag diskutierte er im Essener Gewerkschaftshaus mit über 50 Angestellten aus der Einzelhandelbranche über ihre Sorgen und Nöte.

Das Schicksal einer Verkäuferin, die als Alleinverdienerin ihren schwerkranken Mann pflegen müsse, habe ihn besonders beeindruckt. „Natürlich weiß ich, dass Menschen in derart schwierigen Lagen leben. Aber als Politiker ein solches Beispiel für Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft erfahren zu können, das ist schon etwas Besonderes.“

Terminzusage kam wenige Tage nach Bericht von DER WESTEN

Maurike Maaßen gab sich nach dem Treffen überaus zufrieden. Zuletzt hatte die Gewerkschafterin schon daran gezweifelt, dass Martin Schulz wirklich kommt. Wenige Tage nach einem Bericht von DER WESTEN war dann doch die Zusage gekommen. „Vielleicht lag es ja an Ihnen, dass es nun doch geklappt hat. Oder an den schlechten Ergebnissen für die SPD bei der Landtagswahl im Saarland, ich weiß es nicht“, so Maaßen.

Jahrelang war die Gewerkschafterin Mitglied der SPD, aus Enttäuschung über die Politik der Partei war sie dann aber ausgetreten. Bei „Anne Will“ hatte sie noch erklärt, dass Schulz liefern müsse, um ihr Vertrauen zu gewinnen.

„Politiker wissen nicht, wie schlecht es manchen Menschen geht“

„Das Vertrauen in die SPD ist zwar nicht zurück. Aber Martin Schulz kann man vertrauen. Wer unentschlossen ist, dem kann ich tatsächlich empfehlen, ihn zu wählen und nicht die CDU oder gar die AfD“, sagt sie im Gespräch mit DER WESTEN.

Martin Schulz löst sein Versprechen

Martin Schulz hatte Maurike Maaßen in einer Fernsehsendung versprochen, sich persönlich mit Verkäuferinnen aus dem Einzelhandel in Essen zu treffen.
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Glaubt sie ihm, dass die Sorgen der Menschen ihn wirklich interessieren? Oder steckt hinter seinen Aussagen bloßes Wahlkampf-Kalkül? „Ich schätze, dass alle Politiker zwar ahnen, wie schlecht es manchen Menschen geht, aber nicht wissen, wie es vor Ort wirklich ist. Dass ihn die Geschichten, die er heute gehört hat, ehrlich beeindrucken, das glaube ich ihm.“

„Es gibt nur Teilzeitstellen“

Maaßen kämpft seit Jahren für bessere Jobbedingungen im Einzelhandel. Ihr Ziel: Allgemeinverbindliche Tarifverträge für die gesamte Branche. Knapp 1.100 Euro netto verdient sie als Verkäuferin in einem Supermarkt in Essen-Altendort pro Monat, ihr Mann hat keine Arbeit.

Ihr Stundenlohn sei schon in Ordnung, sagt sie. Aber: Sie kann nur in Teilzeit arbeiten, obwohl sie gern eine Vollzeitstelle hätte. „Aber solche Stellen gibt es in der Branche so gut wie gar nicht mehr“, so Maaßen.

Viele Frauen in ihrer Lage seien Alleinverdiener - das sei hart mit einer Teilzeitstelle. Hat sie die Hoffnung, dass sich mit Schulz irgendetwas an der Situation ändern könnte? „Nein, erstmal sicher nicht. Aber das Gespräch heute mit ihm ist immerhin ein Anfang.“

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