Essen

„Stern TV“ auf RTL: Dieselfahrverbot in Essen „ist Quatsch“ – Lungenfacharzt weist auf viel größere Gefahr im Haushalt hin

Am Donnerstag fällt das Gericht in Gelsenkirchen eine Entscheidung über Dieselfahrverbote in Essen und Gelsenkirchen. (Symbolbild)
Am Donnerstag fällt das Gericht in Gelsenkirchen eine Entscheidung über Dieselfahrverbote in Essen und Gelsenkirchen. (Symbolbild)
Foto: dpa

Essen. Am Donnerstag wird am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen darüber entschieden, ob Essen und Gelsenkirchen Dieselfahrverbote einführen müssen. Zu hoch seien an mehreren Standorten die Grenzwerte des Stickstoffdioxides. Der Grenzwert liegt laut EU-Norm bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter.

Dieselfahrverbote in Essen und Gelsenkirchen? „Alles totaler Quatsch“

Und deswegen fordert die Deutsche Umwelthilfe Dieselfahrverbote für bessere Luft in den Städten. Ein Lungenfacharzt bei „Stern TV“ sagt dagegen: „Das ist alles totaler Quatsch.“

Moderator Steffen Hallaschka spricht zu Beginn des Beitrags von den Gerichten, die über die Fahrverbote entscheiden müssen. „Und ich kann nur hoffen, dass die Richter Stern TV schauen, bevor sie ihre Entscheidung fällen.“

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Lungenfacharzt Professor Dieter Köhler, mehrfach ausgezeichnet in seinem Fachgebiet, gibt bei Stern TV ein einfaches Beispiel dafür, warum Dieselfahrvebote totaler Quatsch wären.

„Wenn man vier Kerzen auf einem Adventskranz anzündet, produzieren diese Kerzen rund 100 Mikrogramm Stickstoffdioxid. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Grenzwert es erlaubt. Und man spürt nichts davon.“

Stickoxide: Erlaubte Grenzwerte liegen bei vielen Arbeitsplätzen deutlich höher

Wem das zu weit weg ist: Die erlaubten Grenzwerte bei Millionen von Arbeitsplätzen liegen bei 950 (!) Mikrogramm pro Kubikmeter. Und dort setzen sich die Arbeiter täglich dieser Menge über acht Stunden aus.

Steffen Hallaschka staunt bei diesen Vergleichen nicht schlecht. „Heißt also, dass die Stickstoffdioxidwerte nicht gefährlich sind?“

„Nein, in der Konzentration ist es absolut nicht gefährlich für den Menschen. Raucher beispielsweise belasten sich und die Umwelt viel mehr. Zum Vergleich: Wenn jemand den Stickstoffdioxidwert einer einzigen Zigarette an einer viel befahrenen Straße aufnehmen will, dann muss er dort 48 Stunden lang ununterbrochen stehen.“, sagt Dieter Köhler.

Raucher werden wegen krebserregender Stoffe krank

Und selbst da seien es nicht unbedingt die Stickstoffdioxide, die einen Raucher auf Dauer krank machen können. Sondern die 70 krebserregenden Stoffe, die in den Zigaretten enthalten seien.

Ab 9.30 Uhr entscheidet das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen über die Dieselfahrverbote.

 
 

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