Doch kein Dieselfahrverbot in Essen? Falsch aufgestellte Messstationen sollen zu hohe Abgaswerte liefern

Eine Messstation zur Messung der Luftqualität an der Gladbecker Straße in Essen-Altenessen. Viele Messstationen entsprechen nicht den vorgegeben Richtlinien der EU. (Symbolfoto)
Eine Messstation zur Messung der Luftqualität an der Gladbecker Straße in Essen-Altenessen. Viele Messstationen entsprechen nicht den vorgegeben Richtlinien der EU. (Symbolfoto)
Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services
  • Untersuchungen ergeben: Viele Messstationen stehen zu nah an Kreuzungen
  • Mögliche Neuerungen in der Diskussion ums Diesel-Fahrverbot
  • Weitere Überprüfungen stehen momentan still

Schon seit Monaten ist die Diskussion um das Dieselfahrverbot nicht aus den Medien wegzudenken. Doch nun gibt es interessante Neuigkeiten, welche das ganze Thema vielleicht über den Tisch werfen könnten!

Nach mehreren Prüfungen stellt sich heraus: Viele der Luftmessstationen in Deutschland entsprechen nicht den Vorgaben der EU! Einem Artikel des Focus zufolge, stehen viele Messstellen nur weniger als 25 Meter entfernt von verkehrsreichen Kreuzungen.

Dieselfahrverbot: Falsche Abgas-Messwerte? Auch Essen betroffen

Stationen in München, in der Nähe des Stachus, in Essen an der Steeler Straße, in Mainz an der Parcusstraße und in Wiesbaden an der Ringkirche entsprechen nicht der gesetzlichen Vorgabe.

Umweltämter argumentieren nun, dass eine andere Platzierung nicht möglich gewesen sei und viele Stationen aufgestellt wurden, bevor die Richtlinien eingeführt wurden.

Umweltbundesamt gibt Abweichungen zu

Diese zuvor aufgestellten Messstellen liefern nun natürlich deutlich erhöhte Werte als jene, die entsprechend der Richtlinien aufgestellt wurden.

Die alten Stationen behielt man trotzdem, um langfristige Werte nachvollziehen zu können. Allerdings werden auch die Werte der Stationen unterhalb der 25-Meter-Grenze bei Gerichtsprozessen ums Dieselfahrverbot herangezogen.

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• Mehr zum Diesel-Fahrverbot in Essen:

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Überprüfungen seit April

Schon im April entschieden die Verkehrsminister des Bundes und der Länder, alle Stationen vom Deutschen Wetterdienst überprüfen zu lassen.

Von den ersten acht in NRW geprüften Stellen blieben nur vier unbeanstandet. Technische Veränderungen empfahl der Wetterdienst bei dreien, bei einer weiteren reichte das nicht aus, da sie sich zu nah an einer großen Kreuzung befand.

Umweltministerien wehren sich

Die Überprüfungen finden zur Zeit nicht statt, da sich die Umweltministerien gegen zusätzliche Kontrollen sträuben. Vier grüne Verkehrsminister sind ebenfalls gegen weitere Kontrollen.

Der Fokus solle sich nicht auf eine Debatte um die Messstellen verschieben, sondern wieder auf die effektiven Maßnahmen zur Reduktion der Luftbelastung gelegt werden.

EU-Messspielräume werden bewusst ausgereizt

Oliver Luksic zufolge, dem verkehrspolitischen Sprecher der FDP, könne es nicht sein, dass in Deutschland die grüne Anti-Auto-Lobby entscheidet, wie und wo gemessen wird, da dadurch die Richtlinien bewusst ausgereizt werden.

Die Messstationen würden dadurch möglichst nah am Fahrbahnrand oder Kreuzungen aufgestellt, um erhöhte Messwerte zu erzielen. (db)

 
 

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