Essen

Jörg Sartor droht mit Schließung der Essener Tafel bei Dieselfahrverbot – „Dann machen wir die Bude zu“

Jörg Sartor, Chef der Essener Tafel, wettert über das Dieselfahrverbot in Essen.
Jörg Sartor, Chef der Essener Tafel, wettert über das Dieselfahrverbot in Essen.
Foto: Tim Schulz / WAZ FotoPool, dpa, Montage: DER WESTEN

Essen. Jörg Sartor ist ein Mann klarer Worte. Das bewies der Leiter der Essener Tafel nicht erst mit dem heiß diskutierten Ausländerstopp, den er für mehrere Monate an seiner Tafel verhängte.

Nun droht er sogar mit einer Schließung der kompletten Essener Tafel. Grund ist das Dieselfahrverbot in Essen, das ab 2019 gelten soll.

Dieselfahrverbot in Essen? Jörg Sartor: „Ohne Ausnahmegenehmigung müssen wir dicht machen“

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen beschloss am Donnerstag, dass große Teile von Essen und Gelsenkirchen nur noch mit „Euro 6“-Dieseln befahren werden dürfen (hier alle Infos). Scheitert die NRW-Regierung mit ihrer Berufung, gilt das Dieselfahrverbot ab dem 1. Juli.

Das würde auch bedeuten: Bekommt die Essener Tafel keine Ausnahmegenehmigung, dürfte die Flotte des Lebensmittelhilfswerks nicht mehr in die Stadt.

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„Die Sperrung der A 40 betrifft uns nicht so sehr, die könnte man umfahren. Viel schlimmer ist das drohende Fahrverbot für Dieselfahrzeuge der Klasse 4 und 5 in 18 Stadtteilen. Diese liegen vor allen Dingen im Essener Norden sowie in der der City. Und in einem dieser Viertel hat die Essener Tafel ihre Zentrale“, erklärt Jörg Sartor im Interview mit „Focus Online“.

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„Sollten unsere Fahrzeuge keine Ausnahmengenehmigung bekommen, müssen wir die Einrichtung zu machen. Mit der Folge, dass 22.000 bedürftige Menschen keine Lebensmittelhilfen mehr erhalten“, droht der ehemalige Bergmann.

Die Fahrzeuge der Essener Tafel sind laut Jörg Sartor gerade einmal ein bis zwei Jahre alt, entsprechen aber nicht der Euro-6-Norm und können aktuell auch nicht umgerüstet werden. Eine Neuanschaffung von Fahrzeugen würde die Essener Tafel mindestens 300.000 Euro kosten, so Sartor.

„Das heißt für uns: Entweder schließen wir die Bude oder wir fahren weiter und kassieren Bußgelder, bis unser Budget aufgebraucht ist.“

Jörg Sartor: „Dann bewache ich meine Couch“

Jörg Sartor, selbst Besitzer eines Diesel-Autos, knüpft auch seinen eigenen Job als Leiter der Essener Tafel an eine Ablehnung des Dieselfahrverbots in Essen.

„Wenn ich persönlich zum Hauptsitz der Tafel im Essener Wasserturm fahre, brauche ich mit dem Wagen 20 Minuten von zu Hause. Und das mindestens sieben Mal die Woche. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln brauche ich über eine Stunde. Sollte das Verbot kommen, mach ich das nicht mehr. Dann bleibe ich als Rentner zu Hause und bewache meine Couch“, so der 61-Jährige.

 
 

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