Essen

Dieselfahrverbot auf A40 in Essen – Anwohner und Pendler: „Schwachsinn! Niemand denkt an uns kleine Leute“

Dieselfahrverbot: Die A40 in Essen soll bald für ältere Dieselfahrzeuge tabu sein. (Archivbild)
Dieselfahrverbot: Die A40 in Essen soll bald für ältere Dieselfahrzeuge tabu sein. (Archivbild)
Foto: dpa/Archivbild

Essen. Das Dieselfahrverbot auf der A40 in Essen wird tatsächlich kommen. Der Umwelt zuliebe und vor allem den Anwohnern in autobahnnahen Stadtteilen wie Essen-Frohnhausen. Das hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen am Donnerstag entschieden.

Insgesamt 18 Stadtteile in Essen sind vom Dieselfahrverbot betroffen, inklusive Teile der Stadtautobahn A40. Die grüne Umweltzone wird ab dem 1. Juli 2019 zur blauen. Allein in Essen wären von dem Dieselfahrverbot laut Stadt etwa 52.000 Dieselfahrzeuge und 27.500 Benzinfahrzeuge betroffen.

In Gelsenkirchen ist, ebenfalls ab dem 1. Juli, die Hauptverkehrsstraße Kurt-Schumacher-Straße für ältere Dieselautos tabu.

Dieselfahrverbot in Essen, Gelsenkirchen und auf der A40: Kritik aus der Politik

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts zum Dieselfahrverbot erntete sofort viel Kritik. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen sagte direkt nach der Urteilsverkündung: „Die heutige Verurteilung des Landes trifft uns in Essen hart." Er sieht einen wirtschaftlichen Nachteil für Essen. „Die Bürgerinnen und Bürger müssen jetzt ausbaden, was auf Bundes- und Landesebene seit Jahren versäumt wurde.“

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Frank Baranowski, Oberbürgermeister der ebenfalls betroffenen Stadt Gelsenkirchen, schließt sich seinem Amtskollegen Kufen an: In der Automobilindustrie sei „getrickst und betrogen“ worden, und „die Gekniffenen sind jetzt die Städte und die Autofahrer“.

Dieselfahrverbot überfordert Städte und Polizei

Die Städte und die Polizei kündigten bereits an, keine Kapazitäten zu haben, das Dieselfahrverbot zu kontrollieren.

Andere Politiker auf Landes- und Bundesebene (vor allem der FDP und CDU/CSU) stimmten ein. Selbst NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte am Donnerstag: „Wir sind von der Härte des Urteils sehr überrascht.“

Deutsche Umwelthilfe freut sich über das Urteil zum Dieselfahrverbot in Essen

Wer sich richtig freut über das Urteil zum Dieselfahrverbot ist die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie hatte auf Änderung des Luftreinhalteplans für das Ruhrgebiet geklagt. Dieses bahnbrechende Urteil werde „eingehen in die Geschichte der Luftreinhaltung, da zum ersten Mal eine Bundesautobahn, ein Symbol der Mobilität in Deutschland“ in ein Fahrverbot einbezogen wurde, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch am Donnerstag.

Dieselfahrverbot in Essen: Das sind die Reaktionen der Anwohner und Pendler

Bei Anwohnern und Pendlern im Ruhrgebiet kommt die Ankündigung des Dieselfahrverbots überwiegend schlecht an. Auf der Facebook-Seite von DER WESTEN häufen sich kritische Kommentare unter den Artikeln zum Dieselfahrverbot:

  • Sven L.: Macht schon Sinn so ein Dieselfahrverbot, ganz lokal, auf kleinen Raum. Die Luft bewegt sich ja nicht, denn die Luft wird sich natürlich auch an die Umweltzonen halten und dann von außen nicht in die blaue Zone wehen. Genau so wie die verschmutzte Luft aus osteuropa oder eben Frankreich usw auch an der Grenze halt macht. Ja da macht das alles schon Sinn. Ironie aus.
  • Harun Ebru D.: Soo.. Letztes Jahr war ganz laut im Gespräch das nur Euro 1bis4 Diesel Verbot.. Und da ich neues Auto bräuchte weil 1bis4 verboten wird habe ich mir citroen mit Euro 5 Diesel Finanziert und zahle es noch 2 jahre.. und jetzt kommen die mir an ab September 2019 oder so mit Euro 5 Verbot.. Was nun? Ich glaube ich komme in den nächsten 10 jahren nicht mehr aus dem Autokrediten raus..
  • Natasa S.: Harun Ebru D. das stimmt hast Recht wir haben auch ein Euro 5 von Citroen . Das Problem ist ja das die ja keine Gedanken machen an uns kleinen Leute heißt ab September dann denn alten Kredit und denn neuen für den Wagen zahlen. Das Interessiert die nicht Hauptsache die Autokonzerne machen Gewinn auf unsere rücken .
  • Engelbert B.: Der Skandal ist, dass selbst wenn ich auf eigene Kosten meinen Diesel nachrüsten möchte, der Staat die bereits von ADAC usw. getesteten Systeme einfach nicht zulässt. D.h. man taktiert mit Genehmigungsverfahren, weil liebe neue Autos vekauft werden sollen.
  • Varinja K.: Was ist die Folge einer Sperrung für Dieselfahrzeuge auf der a40? Die Leute ignorieren es, so lange es geht und nach der evtl dritten Strafe überlegen Sie sich, das ganze irgendwie zu umfahren. Andere Routen werden überlaufen und das gleiche Problem wird an anderer stelle auftreten. Außerdem wird dann vermutlich der Stadtverkehr außerhalb des Stadtkerns verstopft weil die Leute versuchen, möglichst nah an der Verbotszone den Schwachsinn zu umfahren. So werden Wohngebiete weiter belastet, die Umwelt mehr verschmutzt, weil mehr Stau und durch das Umfahren mehr km für die Autos anfallen... ich glaube ja noch nicht, dass die Entscheidung mit der a40 rechtlich wirklich haltbar ist... abgesehen von der sozialen Komponente! Man könnte es doch tatsächlich eher so machen, einfach eine Ummeldung solcher Wagen eine blaue Plakette aufzukleben, und alle die jetzt angemeldet sind dürfen es auch bleiben. Dann überlegt sich jeder, der ein Auto kauft, doppelt, was er für ein Auto braucht, und die soziale Komponente bleibt insofern gewahrt, das Leute, die darauf angewiesen sind, ihren Wagen über die a40 zu fahren, momentan nicht in Not geraten!?
  • Ansgar P.: Man fragt sich, ob die DUH Selbstgespräche vor dem Richter führt oder auch tatsächlich jemand Gegenargumente anbringt?! Auch nett: im Juli und August 2019 stehe ich mit angelassenem Euro 5 Diesel auf der A40. Habe ja ZWEI extra Monate bekommen um für Euro 6/Benziner zu sparen. Wann wacht die Bundesregierung auf? Wir benötigen ein nachhaltiges, einheitliches und realistische Lösungen auf die sich jedermann einstellen kann.

Eine positive Stimme zum Dieselfahrverbot gibt es jedoch auch:

  • Dieter S.: Endlich kommen die Drecksschleudern weg! Jeder der aus Protest in der heutigen Zeit noch Diesel fährt sollte einen hohen Preis dafür zahlen!!! Der Umwelt zuliebe!

NRW-Regierung will rechtlich gegen Dieselfahrverbot vorgehen

Die NRW-Regierung will gegen das Urteil des Verwaltungsgericht Gelsenkirchen zum Dieselfahrverbot vorgehen und in Berufung gehen. Auch die Stadt Essen strebt eine Revision des Urteils an.

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