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Diesel-Fahrverbot in Essen – Polizei warnt: „Fast unmöglich, Verbotszone zu kontrollieren“

Wie die Polizei das Diesel-Fahrverbot kontrollieren soll, ist noch die große Frage.
Wie die Polizei das Diesel-Fahrverbot kontrollieren soll, ist noch die große Frage.
Foto: dpa/Archivbild

Essen. Diesel-Fahrverbote auf der A40 und in großen Teilen Essens - das sieht die Polizei kritisch. Sie fürchtet erhebliche Probleme bei der Kontrolle.

Wenn die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen auch in den nächsten Instanzen Bestand haben sollte, müsse der fließende Verkehr kontrolliert werden, sagte der NRW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Michael Mertens, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Und dafür ist die Polizei zuständig, ob wir wollen oder nicht.“

Diesel-Fahrverbot in Essen: Polizei fürchtet Überlastung

Die Überwachung einer Umweltzone sei sicher nicht Priorität Nummer eins für die Polizei, sagte Mertens angesichts des bestehenden Personalmangels. Ein weiteres Problem des Diesel-Fahrverbots: „Das geht auch nur, wenn man von außen erkennen kann, welches Auto in die Zone gehört und welches nicht.“

Wenn sich die Polizisten erst den Fahrzeugschein oder ein anderes Dokument zeigen lassen müssten, „dann ist es fast unmöglich, eine solche Verbotszone zu kontrollieren“.

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Autoexperte kritisiert Ruhrpott-Städte

Indes hat der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer den Kommunen im Ruhrgebiet vorgeworfen, Chancen für eine Reduzierung der Stickstoffdioxid-Belastung vertan zu haben. Dafür wäre es etwa notwendig gewesen, Pendlerströme verstärkt auf den öffentlichen Personennahverkehr umzulenken.

„Zugtaktungen und -angebote blieben gleich und auch im Preissystem wurden keine Wechselprämien oder ähnliche Programme geboten“, kritisierte Dudenhöffer. Nach Berechnungen seines Instituts an der Universität Duisburg-Essen verbesserte sich die Stickoxid-Belastung im Ruhrgebiet in den ersten neun Monaten des Jahres kaum.

Kurt-Schumacher-Straße in Gelsenkirchen betroffen

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte am Donnerstag eine Diesel-Fahrverbotszone für Essen angeordnet, zu der auch die stark befahrene A 40 gehört.

In Gelsenkirchen soll eine wichtige Innenstadtstraße für ältere Dieselfahrzeuge gesperrt werden. Das Land Nordrhein-Westfalen will Berufung gegen das Urteil einlegen. (ms mit dpa)

 
 

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