Essen

Forscher der Uni Duisburg-Essen: Dieselfahrverbote sind Unsinn

Forscher der Uni Duisburg-Essen sagen: Dieselfahrverbote bewirken weniger, als behauptet.
Forscher der Uni Duisburg-Essen sagen: Dieselfahrverbote bewirken weniger, als behauptet.
Foto: Marcus Führer / dpa

Essen. Das Diesel-Fahrverbot sorgt für Aufregung im Pott.

In mehreren Ruhrgebietsstädten drohen Fahrverbote für Diesel-Autos, auch Teile der A40 sind betroffen. Die Deutsche Umwelthilfe ist Vorkämpfer in Sachen Diesel-Fahrverbot. Ihr Argument: Gut 70 Prozent der Stickstoffdioxid-Belastungen gehen auf Diesel-Autos zurück. Dem widersprechen jetzt Forscher der Universität Duisburg-Essen.

Studie der Uni Duisburg-Essen zu Diesel-Fahrverboten: „Fahrverbote bewirken weniger als behauptet“

„Es spricht einiges dafür, dass die Diesel-Fahrverbote deutlich weniger bewirken als immer behauptet“, steht in einer neuen Studie des CAR-Instituts der Uni Duisburg, die DER WESTEN vorliegt.

Das macht die Untersuchung am Beispiel der Max-Brauer-Allee in Hamburg deutlich. Hier habe sich die Konzentration an Stickstoffdioxid (NO2) seit dem Dieselverbot im Juni 2018 nicht verbessert. Im Gegenteil, sie sei erhöht.

Der „Auto-Professor“ Ferdinand Dudenhöffer und sein Team kommen zu dem Fazit: „Die Behörden stochern im Nebel, obwohl es bei Fahrverboten um viel volkswirtschaftliches Vermögen und die Mobilität in Großstädten geht.“

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Kritik an Umweltministerium

Die Untersuchung kritisiert das Bundesumweltministerium: Hier scheint man selbst nach sehr langer Zeit wenig zu wissen und viel zu vermuten, heißt es in der Studie.

Das Hauptproblem, dass die Studie ausmacht, sei „schlechte Datenstruktur“. Viele Messstationen seien nicht online einsehbar, es erfolge daher eine langsame Auswertung der Daten. Ihr Vorschlag: „Vielleicht wäre es gut an jeder Belastungsmessstation Internet zu haben.“ (ms)

 
 

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