Diese Initiativen und Vereine helfen Flüchtlingen in Essen

Blick in eine Kleiderkammer in Essen.
Blick in eine Kleiderkammer in Essen.
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services
Zahlreiche Initiativen und Vereine in Essen engagieren sich für die Flüchtlinge – von der Fahrradwerkstatt bis zu den Behördengängen.

Wer wo Flüchtlingen hilft:

  • Der Runde Tisch Pregelstraße (1) engagiert sich für die gleichnamige Unterkunft in der Pregelstraße. Eberhard Kerlen vom Organisationsteam weist jedoch darauf hin, dass man derzeit mit Freiwilligen ausgelastet sei.
  • Wer sich für die Unterkunft im Neerfeld engagieren möchte, darf sich gerne per Mail beim Runden Tisch Frintrop (2) melden, so Koordinator Ralf Oyen. Und zwar: runder-tisch-wps-essen-frintrop@web.de
  • Um die Standorte Auf’m Bögel und Hatzper Straße ist der Runde Tisch Haarzopf (3),(4) seit 2012 bemüht. Unter alfred.keienburg@posteo.de können sich engagierte Helfer melden.
  • Den Runden Tisch Holsterhausen (5) kann man über die Website www.runder-tisch-holsterhausen.de kontaktieren. Die Helfer betreiben auch eine Fahrradwerkstatt.
  • Die Flüchtlinge im Mathias-Stinnes-Stadion betreut der Runde Tisch Karnap (6). Moderator Michael Schwamborn koordiniert das Engagement der Helfer und ist unter michaelschwamborn@gmx.de erreichbar.
  • Der Runde Tisch Zollverein (7),(12),(13),(17) betreut die Unterkünfte in Katernberg, Kray und Schonnebeck. Alle interessierten Essener sind eingeladen, sich unter runder.tisch.zollverein@gmail.com zu melden.
  • Der Runde Tisch Grimbergstraße (8) unterstützt die Bewohner in der gleichnamigen Straße. Freiwillige wenden sich an: c.joerges@caritas-e.de
  • In Kupferdreh engagiert sich der Runde Tisch Dilldorf (9) für die Bewohner der Oslender Straße und ist unter juergen.gentzmer@gentzmer.de erreichbar.
  • Der Standort Altenbergstraße im Nordviertel wird von den Ehrenamtlichen des Runden Tisches Altenbergshof (10) betreut. Potenzielle Helfer schreiben an: runder-tisch-altenbergshof@outlook.de.
  • Um die Bewohner in der Tiegelstraße im Essener Norden kümmert sich der Runde Tisch Tiegelschule (11), der auch ein Urban Gardening-Projekt organisiert. Kontakt: gabi.wittekopf@uni-due.de.
  • Die neu gegründete Gruppe „Essen hilft“ (14) unterstützt die Flüchtlinge am Standort Bonifaciusstraße in Schonnebeck. Interessierte melden sich unter rundertisch.bdorf@gmail.com.
  • Auch im Stadtwald engagieren sich Essener Bürger für die Neuankömmlinge. In der Sartorius-straße leistet der Runde Tisch Sartoriusstraße (15) Hilfe: ralf-kallmeyer@t-online.de.
  • Seit Mitte September hilft der Runde Tisch Flüchtlingshilfe Essen-Steele (16) den Bewohnern in der Buschstraße. Die Gruppe trifft sich alle drei Wochen. Engagierte Bürger können sich unter fluechtlingshilfe-steele@gmx.de melden.
  • Der Runde Tisch Langenberger Straße (18) betreibt eine eigene Kita für die Bewohner in der Langenberger Straße.Freiwillige Helfer schreiben an: k.sablotny@caritas-e.de.
  • Der Verein „Werden hilft e.V.“ setzt sich für Flüchtlinge in Werden und Umgebung ein – unter anderem mit einer Kleiderkammer an der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem ehemaligen Kutel-Gelände in Fischlaken. Der Verein unterstützt Flüchtlinge im Stadtteil, beispielsweise am Zeltdorf am Volkswald, mit Sach- und Zeitspenden. Wer spenden oder sich engagieren möchte, findet weitere Informationen hier.

  • Daraus hervorgegangen ist der Runde Tisch Volkwald (20), der unter anderem Frauencafé betreibt. Kontakt: rundertisch-volkswald@web.de

Der Wille zur Willkommenskultur in Essen ebbt nicht ab

Es ist das „Wort des Jahres“ 2015. Und es spaltet das Land, die Menschen, die Stadt. Flüchtlinge – ein Wort, das mit noch so viel mehr besetzt ist, als mit Bildern von Männern, Frauen und Kindern auf der Flucht vor Krieg, Armut, Verfolgung. Es steht für hitzige Debatten, für große Kontroversen – und für Nächstenliebe. Und davon haben die Essener Bürger mehr als genug zu geben. Denn aller Strömungen rechts von der Mitte zum Trotz: Der Wille zur Willkommenskultur in Essen ebbt nicht ab – wie das Ergebnis des NRZ-Bürgerbarometers eindeutig widerspiegelt.

Auch die Runden Tische in Essen wissen um den Willen zur Willkommenskultur. Über Arbeitskreise und Organisationsteams versuchen sie, das Gros der Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, zu kanalisieren.

„Momentan können wir keine Ehrenamtlichen mehr unterbringen“, erklärt Eberhard Kerlen vom Runden Tisch Pregelstraße. Das Engagement der Essener ist so groß, dass der Runde Tisch mittlerweile an die allgemeine Nummer der Stadt zu Flüchtlingsfragen verweist. „Wir sind vom Willen zu helfen wirklich beeindruckt“, betont Kerlen. Der Runde Tisch, der sich um das Männerwohnheim in Bergerhausen kümmert, hat sich als einer der ersten in Essen gegründet. Für die Bewohner, die größtenteils aus Syrien, Afghanistan und aus dem Irak kommen, haben die etwa 15 Helfer neben täglichen Deutschkursen auch eine Kleiderkammer und eine Fußballgruppe organisiert.

Initiativen organisieren Aktionen für Asylsuchende

Neben den Runden Tischen gibt es auch noch weitere ehrenamtliche Organisationen, die sich um das Wohl der Flüchtlinge kümmert. Eine der bekanntesten und größten ist „Willkommen in Essen“, die eine Kleiderkammer in der Erstaufnahmeeinrichtung Optipark betreut. „Wir handhaben Anfragen für eine ehrenamtliche Tätigkeit über unsere Website. Dort kann sich jeder per Email oder Kontaktformular melden“, erklärt Sandra Dudler vom Organisations-Team. Denn auch wenn viele Bürger sich engagieren möchten – viele melden sich nach dem Erstkontakt nicht wieder. „Einige unterschätzen den Aufwand und die Zeit, die ein Ehrenamt mit sich bringt“, vermutet Dudler.

Dass gerade die aber auch bei hauptamtlichen Helfern knapp bemessen ist, weiß Rudi Löffelsend von der Flüchtlingshilfe der Caritas. Um diese Lücke zu schließen, bietet der Verein niederschwellige Beratung und Begleitung im Alltag an. Das fängt schon bei kleinen Dingen wie der Deutschen Post an, erklärt Löffelsend. „Flüchtlinge aus dem Irak kennen die Post nicht, so etwas gibt es dort nicht. Daher sammeln viele Asylsuchende die grauen wichtigen Briefe, die die deutsche Bürokratie mit sich bringt, ungeöffnet in Schubladen.“ Ein Erzählcafé und ein Möbellager in der Elisenstraße in Frillendorf runden das Angebot ab. Für das Möbellager werden derzeit noch dringend Fahrer und Packer gesucht.

Auch gemeinnützige Initiativen wie „Essen packt an“ organisieren Aktionen für Asylsuchende in Essen. So auch der Verein Essener helfen mit Menschen e.V. „Wir richten uns nicht gesondert an Flüchtlinge, sondern allgemein an alle Hilfsbedürftigen der Stadt Essen“, erklärt die Vorsitzende Beryl Krusche. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich sozial einsetzen möchten. Die Helfer sind besonders um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) bemüht. Neue Unterstützer dürfen sich gerne unter 28 99 357 melden.

Unterstützung vor Ort

Neben den Dingen des alltäglichen Lebens ist auch die Mobilität innerhalb der Stadt für die Flüchtlinge wichtig, weiß Jan vom Projekt Fahrradwerkstatt des Runden Tisches Holsterhausen . „Fahrräder bedeuten Mobilität, sie bedeuten ein Stück Freiheit und sind für die Flüchtlinge eine Möglichkeit, aus dem oft tristen Alltag im Zeltlager rauszukommen und die neue Umgebung kennenzulernen.“ Ab Januar soll die Fahrradwerkstatt starten, in der wöchentlich gemeinsam mit Flüchtlingen die gespendeten Räder repariert werden. Wer den Fahrradfreunden unter die Arme greifen möchte, kann sich melden: radwerk45147@gmail.com.

Während sich viele der ehrenamtlichen Vereine und Runden Tische auf Deutsch-Kurse und Freizeitgestaltung konzentrieren, ist die Organisation Pro Asyl auf Hilfe für die Asylverfahren selbst spezialisiert. An der Noterstunterkunft Optipark betreibt der Verein eine Außenstelle, um den Bewohnern direkt vor Ort Unterstützung zu bieten. Aber: „Beraten heißt nicht: so und so funktioniert das“, betont Inka Jatta, Geschäftsführerin von Pro Asyl. So helfe das Team auch bei persönlichen Krisen – Suizidversuche und Krankenhausaufenthalte inbegriffen.

 
 

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