Die vorerst letzte Etappe

Marcus Schymiczek

Es wäre die letzte Etappe auf den „Neuen Wegen zum Wasser“: Seit 2007 baut die Stadt unter diesem Slogan Rad- und Spazierwege, oft entlang von Köttelbecken, aus denen wieder Bachläufe werden oder noch werden sollen. Ende des Jahres läuft das Projekt aus. Weil man noch nicht am Ziel sei, soll der Rat der Stadt noch vor der Sommerpause über eine Verlängerung für zwei weitere Jahre entscheiden, was die Frage aufwirft: War das Projekt bislang erfolgreich? Und woran lässt sich dies bemessen?

Zur Erinnerung: Die Stadt sattelte seinerzeit auf, als sich die Emschergenossenschaft anschickte, die Zuflüsse zur Emscher aus der Kanalisation an die Oberfläche zu holen, um sie soweit wie möglich in das zu verwandeln, was sie einmal waren. Bei den „Neuen Wegen zum Wasser“ handelt es sich größtenteils um alte, oft verwahrloste Wege, die wieder instand gesetzt, ausgebaut und miteinander verknüpft wurden - zur „Wasserroute“, zur „Naturroute“ oder zur „Stadtroute“, um nur die drei herausragenden Nord-Süd-Verbindungen zu nennen. Mit dem Rad von der Emscher bis zur Ruhr, das wäre ohne „Neue Wege zum Wasser“ nicht möglich. Wirklich neu gebaut wurden nur fünf Kilometer. Dass auch die Emschergenossenschaft Radwege auf eigene Kosten baut und der Regionalverband Ruhr (RVR) stillgelegte Bahntrassen in Radtrassen verwandelt wie aktuell den Abzweig von der Rheinischen Bahn zum Bahnhof Borbeck macht den Löwenanteil aus am Radwegenetz durchs Grüne, das immer mehr Freunde findet. Auf der diesjährigen Fahrradmesse im Rahmen der „Reise und Camping“, wo die Stadt mit einem eigenen Stand vertreten war, war das Besucherinteresse an den „Neuen Wegen zum Wasser“ groß, berichtet Hermann-Josef Steins, verantwortlicher Planer beim städtischen Eigenbetrieb Grün & Gruga.

In diesem Jahr soll es weitergehen mit der Anbindung der Gustav-Heinemann-Gesamtschule an die Nord-Route und mit dem Ausbau des Ruhrtalweges, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das Deilbachtal in Kupferdreh soll für Radfahrer erschlossen werden. Mit dem Bau dieses Radweges wie auch mit dem Ausbau des Leinpfades von Überruhr bis zum Baldeneysee will Grün & Gruga zumindest beginnen. Das gilt auch für den Bau der Uferpromenade in Steele. Soll heißen: Arbeit gibt es auch für die kommenden Jahre noch genug. Und Arbeitskräfte? Nicht zu vergessen: „Neue Wege zum Wasser“ ist ein Projekt, das Langzeitarbeitslosen neue Wege zurück in einen festen Job ebnen soll. 1354 Personen haben teilgenommen, 232 davon haben eine Arbeit gefunden.