Die Stadt Essen will beim Carsharing Gas geben

Das Carsharing-Angebot in Essen soll wachsen. Dafür will die Stadt jetzt auf die Suche nach geeigneten Flächen gehen. Fotopool
Das Carsharing-Angebot in Essen soll wachsen. Dafür will die Stadt jetzt auf die Suche nach geeigneten Flächen gehen. Fotopool
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool
Die Stadt Essen sucht nach geeigneten Flächen, um sie an die Carsharin-Anbieter zu vermieten. Das soll nicht nur für größere Mobilität der Bürger sorgen, sondern bei Erfolg könnte dadurch der Bestand an Fahrzeugen in der Stadt sinken und die Lebensqualität in den Wohnvierteln wachsen.

Essen.. Anmelden, einsteigen, losdüsen – die „mal eben“-Autos sollen eine feste Größe im örtlichen Stadtverkehr werden. Was bislang vor allem den Bürgern in Stuttgart, Freiburg oder auch Düsseldorf vorbehalten blieb, könnte bald auch mobiler Alltag in Essen werden: Nach anfänglichen Startschwierigkeiten will die Stadtverwaltung beim Carsharing Gas geben und die Angebote fördern, wo es eben geht.

Erstmals suchen die Stadtplaner jetzt nach geeigneten Flächen, die den Privatfirmen als Stellplätze für deren Wagen verpachtet werden sollen. In knapp drei Wochen soll die Politik den Plänen grünes Licht geben.

Miete für die Parkplätze soll Projektkosten decken

Die Stadt will eigene nicht öffentliche Flächen, die bereits als Parkplätze genutzt werden, exklusiv an Carsharing-Anbieter vermieten, damit die Angebote in den Stadtteilen und nicht nur in Rüttenscheid Bodenhaftung bekommen.

Der Parkraum darf von den Pächtern auf eigene Kosten markiert und mit Zufahrtssperren abgeriegelt werden. Neben den Geldeinnahmen durch die Vermietung, die die Verwaltungskosten für das Projekt decken dürften, so das Kalkül, verfolgt die Stadt große Ziele: Insgesamt könnte der innerstädtische Pkw-Verkehr und damit der Kohlendioxid-Ausstoß sowie die Lärmbelastung gerade in engen Wohnvierteln reduziert werden. Mehr Platz für weniger Autos heißt die Devise, von deren Erfolg sich die Planer langfristig insgesamt mehr Lebensqualität für die Bürger versprechen. Weniger fließender Verkehr schaffe Platz für mehr Rad-, und breitere Gehwege sowie „Aufenthaltsflächen“.

Carsharing soll Fahrzeugdichte in der Stadt senken

Das allerdings klingt doch arg nach Zukunftsmusik. Die Realität ist eine andere und tagtäglich erfahrbar: Über 300.000 motorisierte Untersätze sind in Essen angemeldet, die jedes Plätzchen fressen. „Untersuchungen zum Bewohnerparken zeigten, dass vor allem der hohe Motorisierungsgrad der Wohnbevölkerung die Hauptursache für den Stellplatzmangel in den Wohnquartieren ist“, heißt es in einem städtischen Papier. Erfolgreiches Carsharing könne dies langfristig ändern. An Nachfragen aus der Branche für mehr Stellplätze ist nach Darstellung der Stadt kein Mangel. Der Bedarf wird auf rund 600 „mal eben“-Autos geschätzt.

 
 

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