Die Psychiatrie zieht 2014 aus

Heidhausen..  Im kommenden Jahr wird der Landschaftsverband Rheinland (LVR) seinen Klinikstandort an der Barkhovenallee aufgeben. Ein Vorkaufsrecht für das rund 1,3 Hektar große Grundstück der psychotherapeutischen Klinik und die zugehörigen drei Hektar landwirtschaftlicher Flächen hat die Stadt Essen. „Und die hat bereits Interesse bekundet, das Land zu kaufen“, wie die kaufmännische Direktorin der LVR-Klinik Jane Splett erklärt.

Als der Landschaftsverband Rheinland das Grundstück im Jahr 1972 von der Stadt erwarb, gab es bereits Baurecht für eine neue psychiatrische Großklinik mit 600 Betten – und das gibt es noch. „Aber 1972 war der Bedarf nach stationären Plätzen noch nicht so groß wie heute“, sagt Splett. In den folgenden Jahren habe es immer wieder Überlegungen für den Klinik-Neubau in Heidhausen gegeben. „Letztlich haben wir uns aber für einen neuen Standort an der Wickenburgstraße entschieden“.

Der Grund: „Das Grundstück an der Barkhovenallee ist zwar landschaftlich reizvoll gelegen, aber weit ab von sozialen Einrichtungen und mit dem ÖPNV nicht leicht zu erreichen. Da wir aber Menschen mit psychischen Erkrankungen in die Gesellschaft integrieren wollen, ist das für uns kein optimaler Standort“, sagt Splett und betont, dass der LVR in Essen keine Reha-Klinik, sondern ein Akut-Krankenhaus betreibe.

Nach dem Neubau an der Wickenburg hätte man das Haus und den nebenliegenden Pavillon, in dem vier Stationen mit 82 Betten untergebracht sind, bereits aufgeben können. „Doch wir brauchten Ausweichflächen, weil derzeit unser Hauptstandort an der Virchowstraße kernsaniert wird.“ Dies wird voraussichtlich bis 2014 dauern. „Danach können alle Stationen zurückverlegt werden und wir räumen das Haus an der Barkhovenallee.“ Die dortige Ausstattung sei ohnehin nicht mehr zeitgemäß. Ohne Sanierung könne man das Haus nicht weiterbetreiben; in den letzten Jahren habe es über die Unterbringung immer wieder Patientenbeschwerden gegeben.

Was anschließend mit dem 4,4 Hektar großen Grundstück passiert, ist offen. Im Jahr 2000 hatte die CDU beantragt, den Bebauungsplan zu ändern, „dann hätte man statt der Klinik, für die es ein Baurecht gibt, auf der Fläche Wohnhäuser bauen können“, sagt der CDU-Ratsherr und Bauausschussvorsitzende Hanslothar Kranz. Zwischenzeitlich habe man den Antrag wieder zurückgezogen. „Ich bin für die Baupläne an der Grünen Harfe. Aber nach diesen Diskussion und Protesten kann ich mir kaum vorstellen, dass so schnell jemand einen neuen Vorstoß für dieses Grundstück wagt.“

Stadtdirektor Hans-Jürgen Best äußert sich ähnlich zurückhaltend. „Sobald uns der LVR ein offizielles Angebot macht, müssen wir zunächst mal über Geld sprechen. Dann erst können wir weitersehen.“

 
 

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