„Die Partei“ fordert Gratis-Fußball-Karten für alle Essener

Archiv-Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
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Gefordert wird die Umbenennung der Rüttenscheider Straße in „René-Pascal-Boulevard“. Außerdem sollen alle Bürger Gratis-Fußballstadion-Karten von den Entsorgungsbetrieben (EBE) erhalten. Doch die Partei, die in Essen etwa 40 Mitglieder hat, setzt nicht nur auf Satire.

Essen.. Die Satirepartei „Die Partei“ tritt bei der Kommunalwahl im Mai 2014 an und plant den Einzug ins Rathaus der Stadt. Der Vorsitzende des Essener Kreisverbandes, Jürgen Lukat, trat bereits bei der NRW-Landtagswahl im Mai 2012 als Direktkandidat an – seine zentrale Forderung damals: Vergrößert den Baldeneysee! Die umliegenden Stadtteile müssten dafür geflutet werden.

Diesmal kann Lukat, der für das städtische Jugendamt arbeitet, nicht selbst antreten – weil sein Arbeitgeber die Stadtverwaltung ist. Eine 34-köpfige Reserveliste steht jedoch mittlerweile, teilte der Essener Kreisverband der „Partei“ jetzt auf seiner Facebook-Seite mit.

Die kommunalpolitischen Forderungen der „Partei“: Die Rüttenscheider Straße soll umbenannt werden in „René-Pascal-Boulevard“. Die Kneipe „Drehscheibe“ des Schlagersängers liegt nur wenige Meter von der Rüttenscheider Straße entfernt, direkt an der Alfredstraße. Außerdem bezieht „Die Partei“ Stellung zur aktuellen Affäre um den früheren Chef der Essener Müllabfuhr, Klaus Kunze (EBE). Kunze hatte Eintrittskarten für Spiele von Schalke und Dortmund an Mitarbeiter und Freunde verteilt. Die „Partei“ fordert: „Fußball-Eintrittskarten von der EBE für alle Essener Bürger!“ Der „eigentliche Skandal“ sei außerdem, dass Tickets für Dortmund- und Schalke-Spiele verteilt worden seien, nicht aber für Partien von Rot-Weiss-Essen.

"Bärendelle" soll Kulturzentrum werden

Das öffentliche Urinieren will die „Partei“ in den Griff bekommen mit der Einrichtung von „Luxus-Urinalen“. So solle die „ÖTNV“ gestärkt werden, die „Öffentliche Toiletten-Nahversorgung“.

Der frühere Chefredakteur des Frankfurter Satiremagazins „Titanic“, Martin Sonneborn, hatte vor zehn Jahren die „Partei“ gegründet. Den diesjährigen Bundestagswahlkampf prägte die „Partei“ mit dem bezeichnenden Slogan „Inhalte überwinden“.

Nach Angaben des Essener „Partei“-Wahlkampfleiters Matthias Deutschmann hat die „Partei“ ihre Hochburgen in einigen Kneipen in Frohnhausen – dort steht auch schon die Planung der Siegesfeier, heißt es. Ach ja, eine ernste gemeinte Forderung hat die „Partei“ auch: Die ehemalige Schule „Bärendelle“ in Frohnhausen soll Kulturzentrum für freischaffende Künstler werden. Eine Stiftung hat dort bekanntlich Interesse angemeldet. Vielleicht wird was draus aus dem Kulturzentrum – dann könnte sich die „Partei“ mit vollen Kräften der Straßenumbenennung widmen.

 
 

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