„Die Parksituation ist hier ohnehin schon schwierig“

Julia Witte

Huttrop.  Joachim von Behr versteht die Welt nicht mehr. Der 69-Jährige wohnt seit über 30 Jahren in der Goebenstraße, in der er genauso lange tagein, tagaus sein Auto auf der rechten Seite, einer Einbahnstraße, parkt. Als er vor einigen Tagen morgens das Haus verließ, traute er seinen Augen kaum: „Alle Autos auf dieser Straßenseite hatten ein Knöllchen an der Windschutzscheibe“, empört sich von Behr und zeigt verwundert auf den Strafzettel, der von der Polizei ausgestellt wurde.

Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Parkflächen gekennzeichnet; hier weist ein Schild darauf hin, dass das Parken zur Hälfte auf dem Gehweg und zur Hälfte auf der Straße erlaubt ist. Bislang hätten die Autos hier nie jemanden gestört, weiß von Behr. Rettungswagen seien immer ohne Probleme durchgekommen, genauso wie die Müllabfuhr. von Behr hat sogar extra mit einem Zollstock nachgemessen: Zwischen den Autos, die rechts und links parken, seien noch immer 3,50 Meter Platz auf der Straße und auf dem Bürgersteig über 1,50 Meter.

„Ich kann mir nicht erklären, weshalb das Parken hier nun verboten sein soll. Es kann sich doch nur um Schikane handeln?“, mutmaßt der Anwohner. Die Parksituation sei in dieser Gegend ohnehin schwierig, denn neben den Anwohnern würden hier regelmäßig Schüler des Aufbaugymnasiums parken sowie Mitglieder des Spanischen Zentrums an der Franziskanerstraße oder Besucher des Gottesdienstes der Kirche Heilig Kreuz.

Unsere Zeitung fragte bei der Polizei nach und bekam folgende Antwort: „Das Parken auf dem Gehweg ist grundsätzlich nicht erlaubt, es sei denn, es ist durch eine entsprechende Beschilderung ausgewiesen“, erklärt Marco Ueberbach, Pressesprecher der Polizei Essen. Laut Ueberbach reagierte die Polizei in dieser Angelegenheit auf eine Beschwerde. „Dieser müssen wir dann natürlich nachgehen“, so der Sprecher. Insgesamt seien an diesem Vormittag übrigens 15 Zahlkarten aufgrund der Verkehrsverstöße verteilt worden.