Die Magie der lauten Stille

„Ich bin wegen meiner Frau hier.“ So ähnlich antworten nicht wenige Männer, wenn man sie im Foyer der Lichtburg fragt, was sie zu Tina Dico geführt hat. Offenbar trifft die dänische Songwriterin gerade bei ihren Geschlechtsgenossinnen einen Nerv. Doch vielleicht will auch nicht jeder Herr der Schöpfung zugeben, dass ihm die gefühlvollen Melodien und die leicht rauchige Stimme von Tina Dico ebenfalls direkt ins Herz gehen.

„Ein atemberaubender Saal“, lobt Tina Dico die Lichtburg, die an diesem Abend noch Platz böte für einige Zuschauer mehr – knapp 900 sind gekommen. Während Tina Dico in ihrer skandinavischen Heimat unter ihrem Geburtsnamen Tina Dicow schon längst ein Superstar ist, läuft die 38-Jährige hierzulande immer noch unter Geheimtipp. Dabei behandeln ihre fein komponierten Songs in poetischen Zeilen grenzüberschreitende Themen wie, Sehnsucht, Glück und Liebe.

Passend zur Aussicht, die ihr die Lichtburg von der Bühne aus bietet, eröffnet sie das Konzert mit „Room With a View“ – ganz allein, nur sie und ihre Gitarre füllen die stimmungsvoll ausgeleuchtete Bühne.

Und auch wenn sie nach diesem eindrucksvoll-verträumten Opener Verstärkung bekommt von der Percussionistin Marianne Lewandowski und Dicos Gatten Helgi Jónsson, verändert sich der intime Eindruck des Abend nicht. Das Trio harmoniert perfekt, wenngleich der Multiinstrumentalist Jónsson seiner Frau manches Mal fast die Show stiehlt.

Doch der eigentlich Star des Abends sind die Songs. Text und Musik bilden eine Einheit, das Arrangement ist nicht bloßes Beiwerk. So besingt Tina Dico in „Craftsmanship and Poetry“ die laute Stille, an die sich das Trio erst mit viel Kraft, dann umso sanfter annähert. Standing Ovations am Ende für einen berührenden Abend.

 
 

EURE FAVORITEN