Die Leitstelle der Evag ist die Herzkammer des ÖPNV

Im Rahmen der Serie "WAZ öffnet Pforten" besuchte die Leser die Leitstelle der Evag-Leitstelle.
Im Rahmen der Serie "WAZ öffnet Pforten" besuchte die Leser die Leitstelle der Evag-Leitstelle.
Foto: Funke Foto Services
Aus der Leitzentrale der Evag in Frohnhausen wird der Bahnverkehr kontrolliert. Hier dominiert die Technik, aber am Ende hat der Mensch das Sagen.

Essen. Herbert Bienek ist das, was man einen alten Hasen nennt. Fast vier Jahrzehnte hat der heute 86-Jährige bei der Evag gearbeitet. Zuletzt in der Leitzentrale, die damals, bei seiner Pensionierung, noch im Hauptbahnhof untergebracht war. Im Rahmen der Aktion „WAZ öffnet Pforten“ besuchte der Rentner jetzt erstmals die auch nicht mehr ganz neue Leitzentrale an der Schweriner Straße in Frohnhausen. Und Herbert Bienek, der niemand ist, der häufig staunt, staunte dieses Mal ganz schön: „Ist schon Wahnsinn, was hier so los ist.“

Die Evag hatte für zehn Leser ihre Leitstelle geöffnet, „unsere Herzkammer des ÖPNV“, wie Sprecher Olaf Frei den mit Technik gefüllten Steuer-Raum nennt. Die kaum überschaubare Zahl der Monitore erinnert an einen Computer-Großmarkt. Nur sitzen am sprichwörtlich längeren Hebel weiter Menschen. Sie behalten beim wuseligen Verkehrstreiben auf den ober- und unterirdischen Schienen, in dem U-Bahnen und Straßenbahnen bunte Bildschirm-Punkte sind, den Überblick. Und das ist nicht immer einfach.

340. 000 Fahrgäste befördert die Evag jeden Tag in ihren fast 200 Bussen und 140 Bahnen. Und neben den knapp 900 Fahrern sind es die Mitarbeiter der Leitstelle, die dafür sorgen, dass alles in geregelten Bahnen verläuft. Während die Fahrer bei ihren Schichten auf sich allein gestellt sind, behalten die Kollegen in Frohnhausen das Große und Ganze im Blick. „Sie wissen ständig, wo die Fahrzeuge gerade sind. Sie beobachten die Verkehrslage. Jede Abweichung haben sie im Blick. Und sie können per Funk Kontakt mit den Fahrern aufnehmen und steuernd eingreifen“, erklärt Christoph Lademann, Bereichsleiter Verkehrsmanagement. Auch per Zwangsbremsung, wenn diese mal notwendig sein sollte.

Über Videokameras haben die Leistellen-Mitarbeiter zudem die 33 U-Bahnhöhe der Stadt im Blick. Auch die Rolltreppen und Aufzüge können von Frohnhausen aus ausgestellt werden. Und wieder an.

 
 

EURE FAVORITEN