„Die grundsätzliche Ablehnung der Windräder ist übertrieben“

Bergeborbeck.  Während die Politiker östlich des geplanten Harmuth-Windrades auf dem Bergeborbecker Econova-Gelände den Bau auf breiter Ebene ablehnen, ist die Stimmung im westlichen Großraum Borbeck doch ein wenig vielschichtiger.

Was allerdings nicht für die Mehrheitsfraktion in der Bezirksvertretung (BV) IV gilt: „Wir haben diese Bestrebungen schon vor rund eineinhalb Jahren abgelehnt und tun es immer noch“, kommentiert SPD-Fraktionssprecher Ulrich Schulte-Wieschen. In der Tat hatte er bereits im Februar 2012, als das Stadtplanungsamt seinen Geschäftsbericht vorlegte und hier die Harmuth-Pläne nannte, Einspruch formuliert. Wie auch seine Parteikollegen im Bezirk V (u.a. Altenessen, Vogelheim) sieht er die sehr wahrscheinliche Zustimmung der Bezirksregierung Düsseldorf für das 200-Meter-Rad als einen Türöffner für weitere Anlagen in Gewerbegebieten. Außerdem stößt es Schulte-Wieschen auf, dass scheinbar nur der Essener Norden für Standorte in Frage käme, nicht aber der Süden der Stadt.

CDU-Sprecher Thomas Mehlkopf hält die Befürchtungen für übertrieben und ist ebenso wie der grüne Bezirksvertreter Thorsten Drewes für den „Spargel“. Mehlkopf sagt: „Eine grundsätzliche Ablehnung ist übertrieben, die derzeitigen Regelungen und Gesetze zum Schutz der Menschen sind ausreichend“, stellt er fest. Beispielsweise sei schon ein Lkw lauter als ein Riesen-Windrad. Eine „Verspargelung“ anderer Gewerbegebiete fürchtet er nicht. Ebenso sieht er auch keinen Nord-Süd-Konflikt im Thema: „Ich muss mich auf die Aussagen der Verwaltung verlassen, dass es im Süden nicht machbar ist“, sagt Mehlkopf.

Sein Fraktionskollege Klaus Dieter Pfahl ist da skeptischer, will aber die Unterlagen zur Genehmigung abwarten. Pfahl: „Die Firma Harmuth hat uns zugesichert, dass wir die Pläne einsehen. Erst wenn die Fakten auf dem Tisch liegen, kann ich ablehnen oder zustimmen.“