Die Adler verlassen den Grugapark in Essen

Das Interesse der Gruga-Besucher war immer groß, aber das Adler-Gehege mit seinen fünf Greifvogel-Paaren ist baulich nun nicht mehr zu retten. Im Vordergrund links ein Steppenadler.
Das Interesse der Gruga-Besucher war immer groß, aber das Adler-Gehege mit seinen fünf Greifvogel-Paaren ist baulich nun nicht mehr zu retten. Im Vordergrund links ein Steppenadler.
Foto: WAZ FotoPool
Das Gehege ist marode und wird kurzfristig abgerissen, schon am Montag reisen die Greifvögel in die Eifel. Ursprünglich sollte die Tierhaltung langsam auslaufen.

Essen.. Man muss kein fanatischer Tierschützer sein, um die Adler-Gehege des Grugaparks als traurig und nicht mehr zeitgemäß zu empfinden. Die majestätischen Greifvögel wirken in Gefangenschaft meist träge und inaktiv und ganz gewiss nicht wie Könige der Lüfte. Schon länger will die Gruga-Verwaltung ihren Greifvogel-Zoo auslaufen lassen, nun geht zumindest bei den Adlern alles ganz schnell: Schon am kommenden Montag sollen die fünf Adler-Paare zum bekannten Greifvogel-Gehege Hellenthal in die Eifel ausgesiedelt werden.

Der Grund für die plötzliche Eile hat wenig mit den Tieren zu tun, aber viel mit dem baulichen Zustand der Käfige in der Gruga. Diese sind nicht mehr verkehrssicher und so marode, dass die Pfleger sie schon seit geraumer Zeit nicht einmal mehr betreten dürfen. Es besteht quasi akute Einsturzgefahr. Das bedeutet: Eine ordnungsgemäße Reinigung der Gehege, die in den frühen 1980er Jahren entstanden, ist nicht mehr möglich. Die Versorgung der Greifvögel mit Futter war aber natürlich stets gewährleistet und geschah von außen.

Trotz trister Optik - den Tieren geht es gut

Sobald die Tiere weg sind, soll sofort der Abriss folgen. Da die Tierhaltung ohnehin beendet werden soll, wäre es Geldverschwendung gewesen, eine aufwendige Sanierung der Gehege zu finanzieren. Ganz abgesehen davon, dass die bis zu 100.000 Euro, die dafür erforderlich wären, im Park-Haushalt gar nicht vorhanden sind. Vorerst nicht betroffen sind die Eulen und Papageien, die unweit der Adler ebenfalls in Gehegen leben. Diese Käfige aber sind kleiner und wirken auch robuster. Der kleine, bei vielen Kindern sehr beliebte Eulen- und Papageien-Zoo soll daher zwar wie geplant auslaufen, aber erst wenn die Tiere ihr Sterbe-Alter erreicht haben. Das kann noch einige Jahre dauern.

Der Grugapark hat stets beteuert, der triste Maschendrahtzaun und die meist unbewegt hockenden Greifvögel erweckten gerade bei sensiblen Tierfreunden oft einen falschen Eindruck. Den Tieren gehe es durchaus gut. „Gutachter haben uns bestätigt, dass die Greifvögelhaltung im Grugapark mit den höchsten Standard in Deutschland hat“, erklärte Parkleiter Friedel Hanster bereits vor einigen Jahren, als die Debatte erstmals hochkochte. Dennoch ist man auch in der Park-Verwaltung der Meinung: Die Zeit ist über diese Art konventioneller Zurschaustellung von Tieren hinweggegangen, wie ja auch die großen Zoos zunehmend mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen haben.

Tiere generell haben übrigens auch künftig ihren Platz im Park. Es gibt weiter den Plan, in der Nähe des Ponyhofs einen Bauernhof mit historischen, vom Aussterben bedrohten Nutztieren zu gründen.

 
 

EURE FAVORITEN