Dicker Hauskrach bei der Evag

Der Sparkurs bei der Essener Verkehrsgesellschaft Evag und den beiden Partnern in Duisburg und Mülheim hat zu einem handfesten Streit zwischen dem Evag-Vorstand und der Gewerkschaft Verdi geführt. Auslöser ist die heutige endgültige Schließung der Hauptkasse am Betriebshof Stadtmitte. Die Aufgaben der Hauptkasse würden von einem externen Dienstleister übernommen. „Ich habe mit Kollegen gesprochen, die am Mittwoch zum Betriebshof kommen und nicht wissen, wo sie hin sollen“, empört sich Verdi-Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer. Die müssten nun ihren „angestammten Arbeitsplatz“ verlassen.

Verdi wirft der Evag Tarifflucht vor, weil sie Private einsetze. Sauer wirft dem Vorstand Michael Feller und dem Personalchef Wolfgang Hausmann vor, auf einen „handfesten Tarifbruch“ hinzusteuern. Denn mit dem vor acht Jahren geschlossenen Evag-Tarifvertrag „zur Begleitung von Konsolidierungsmaßnahmen und sozialer Absicherung“ sei ausdrücklich vereinbart worden, dass Restrukturierungen „nicht mit dem Ziel der Privatisierung“ durchgeführt werden dürfen, so Sauer. Hier gehe es aber nun „klar um das Ziel, Arbeitsplätze abzubauen.“

Die Evag wies die Vorwürfe der Gewerkschaft entschieden zurück. „Die Schließung der Hauptkasse ist keine Maßnahme der Evag sondern von Via“, entgegnet Evag-Sprecher Olaf Frei. Via ist das Dreierbündnis der drei Verkehrsgesellschaften in Essen, Mülheim und Duisburg. Die Evag-Mitarbeiter der Hauptkasse hatten auch Aufgaben für die Partner übernommen. Der Schließung hätten, so Frei, sowohl die Betriebsräte der Duisburger (DVG), als auch der Mülheimer Verkehrsbetriebe (MVG) zugestimmt. Nicht der Essener Betriebsrat. Der habe aber auch nicht abgelehnt, so die Evag. Der Evag-Betriebsratsvorsitzende Detlef Barz, der von der Verdi-Stellungnahme überrascht wurde, will sich heute dazu äußern.

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