Essen

„Schnapsrunde aufs Haus als Trost für Deutschland-Fans“: So feierten die Gäste im koreanischen Restaurant Sa Rang Bang das WM-Spiel

Das Herz der Sa Rang Bang-Inhaber Jesik (links) und Sang-Yong Kim schlägt für beide Nationen.
Das Herz der Sa Rang Bang-Inhaber Jesik (links) und Sang-Yong Kim schlägt für beide Nationen.
Foto: Julia Kübel / DER WESTEN

Essen. Bulgogie, Bi Bim Bab oder Kimchi - da bekommt man Heißhunger. Aber nach der Pleite bei der WM von Deutschland gegen Südkorea ist so manchem vielleicht die Lust auf Koreanisch vergangen, oder? Danach sieht es einen Tag nach dem enttäuschenden Fußballspiel im koreanischen Restaurant Sa Rang Bang in Essen so gar nicht aus.

Das kleine Lokal in der Joseph-Lennestraße in Essen-Rüttenscheid ist gut besucht zum Mittagstisch. Die Gäste unterhalten sich ruhig und angeregt. Leise Piano-Musik im Hintergrund des mit Bambus und dunklem Holz eingerichteten Restaurants. Dass Deutschland in der Vorrunde rausgeflogen ist, scheint hier nicht von Bedeutung.

Von Freunden vorher noch ausgelacht

Jesik Kim (49) führt den Familienbetrieb gemeinsam mit seinem Bruder Sang-Jong Kim. Seine Familie und auch viele koreanische Freunde haben vor dem Spiel akribisch gerechnet, wie die Chancen für das ostasiatische Land stehen. Von seinen Freunden wurde er nur für den Gedanken an einen Sieg schon ausgelacht.

Freude und Trauer nach dem Spiel

„Auf der einen Seite war Freude da, auf der anderen natürlich Trauer“, sagt der 49-Jährige dann zum Endstand.

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Den Weltmeister geschlagen

Freude, obwohl es Korea nicht ins Achtelfinale geschafft hat? „Ja, die Freude in Korea war groß. Weil man den Weltmeister geschlagen hat. Das zweite Tor war dann auch noch geschenkt“, sagt Kim.

Aber: „Ich bin Deutscher, bin hier aufgewachsen, natürlich habe ich gehofft, dass Deutschland Weltmeister wird“, sagt er - und drückt es in Zahlen aus: Sein Herz habe bei dem Spiel zu 60 Prozent für Deutschland und 40 Prozent für Korea geschlagen. Sein Bruder hingegen fieberte stärker für die koreanische Elf.

Kims Tipp: 4:0 für Deutschland

„Getippt habe ich 4:0 für Deutschland“, sagt er lachend hinter vorgehaltener Hand. Sein Traum wäre es gewesen, wenn beide Mannschaften weiter gekommen wären.

Das Spiel verfolgte er in der ersten Halbzeit Zuhause, in der zweiten auf einem kleinen Fernseher im Restaurant. Trauer und Wut war bei den deutschen Gästen nicht zu spüren. Zahlreiche Anrufe gingen nach dem Spiel ein. Glückwünsche über Glückwünsche von Stammgästen des seit 1981 bestehenden Sa Rang Bangs.

Koreanischer Schnaps aufs Haus

„Und für die Deutschen gab es zum Trost eine Schnapsrunde aufs Haus, typisch Koreanischen natürlich. Soju heißt er“, sagt der Inhaber mit einem Lächeln. Von der Messe kamen im Anschluss noch südkoreanische Gäste zum Essen. Sie hätten sich richtig geschämt für den Sieg.

Auch Susanne Böckler von der gegenüberliegenden Buchhandlung „Alex liest Agatha“ kam herüber: „Ich habe mir wie so oft etwas zum Mitnehmen bestellt und wollte natürlich auch gratulieren“, sagte sie.

Schildkröten als WM-Orakel?

Ein parteiisches WM-Orakel hätten die Gebrüder Kim sogar in petto gehabt: Zwei Wasserschildkröten befinden sich in einem Aquarium am Fenster. Doch die würden jedesmal für Holland stimmen, weil sie Lachs oder Möhren favorisierten. Den Sieg für Südkorea hätten sie also im Vorhinein auch nicht orakelt.

 
 

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