Deutsche Bank dünnt Filialnetz in Essen weiter aus

Die Deutsche Bank wird ihre Filiale in  Kettwig, Hauptstraße 43-61, im Laufe des kommenden Jahres schließen. Die betroffenen Kunden werden dann von Bredeney aus betreut.
Die Deutsche Bank wird ihre Filiale in Kettwig, Hauptstraße 43-61, im Laufe des kommenden Jahres schließen. Die betroffenen Kunden werden dann von Bredeney aus betreut.
Foto: H.W.RIECK
  • Deutsche Bank schließt im Laufe des nächsten Jahres zwei Geschäftsstellen in Essen
  • Betroffen sind Kettwig und die Filiale im Augustinum an der Renteilichtung
  • Deutsche Bank in Essen kein Einzelfall

Essen. Nach Sparkasse und National-Bank hat auch die Deutsche Bank die Schließung von Filialen in Essen bekannt gegeben: Wie das Geldinstitut mitteilte, werden die Zweigstellen in Kettwig an der Hauptstraße sowie die Filiale im Wohnstift Augustinum in der Renteilichtung dicht gemacht. Zum genauen Datum äußerte sich die Bank nicht. Es hieß allgemein nur, dass die bundesweit 188 geplanten Filial-Schließungen im Laufe des Jahres 2017 umgesetzt werden. Den Schritt begründete die Bank damit, dass immer mehr Kunden das Online-Banking nutzen würden. Die Deutsche Bank betreut in Essen rund 118 000 Privat- und Geschäftskunden.

Mit dem Aus der beiden Außenstellen schrumpft das Filial-Netz der Deutschen Bank in Essen weiter von heute zehn auf dann acht. Vor nicht allzu langer Zeit betrieb sie noch 13 Geschäftsstellen im Stadtgebiet.

Betroffene Kunden würden künftig von der nächst gelegenen Zweigstelle betreut, so ein Sprecher. Für die Kunden in der Renteilichtung ist dies Heisingen. Den Kettwigern werden deutlich weitere Wege zugemutet. Ihre zuständige Bank-Filiale wird die in Bredeney sein. Die Auswahl der Filialen, die geschlossen werden, sei einem Kriterienkatalog gefolgt, betonte der Bank-Sprecher. Unter anderem habe man Kernmärkte identifiziert und die Ertragsstärke unter die Lupe genommen. Außerdem habe die Distanz zur nächsten Filiale eine Rolle gespielt.

Niedrigzinsphase setzte Geldinstitute unter Druck

Wie viele Mitarbeiter von der Schließung in Essen betroffen sind, dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern. Da es sich um zwei kleinere Filialen handelt, dürfte sich die Zahl im niedrigen zweistelligen Bereich bewegen. Bundesweit sollen mit den Schließungen 2500 Stellen im Privat- und Geschäftskundenbereich eingespart werden. Wie es hieß, müssen sich nun alle Bank-Mitarbeiter neu bewerben – also auch diejenigen in nicht betroffenen Filialen. Verdi-Sekretär Roman Eberle kritisierte, dass damit die Unsicherheit unter den Mitarbeitern „auf die Spitze getrieben“ werde. Schon seit dem vergangenem Jahr, als die Bank ihre Kürzungspläne verkündete, bangen die Mitarbeiter um ihre Zukunft.

Vor der Deutschen Bank hatten auch die Sparkasse Essen, die Geno-Bank und die National-Bank Einschnitte in ihr Filialnetz in Essen bekannt gegeben bzw. bereits umgesetzt (siehe Kasten). Alle Banken treibt neben dem veränderten Kundenverhalten auch die Niedrigzinsphase um, die die Erträge der Geldinstitute unter Druck setzt.

 
 

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