Deutsch sprechen ist in der Schule verboten

Werden.  Kurz nachdem Lisa Perrett den Klassenraum des Gymnasiums Werden betreten hat, stürmen freudig Sechstklässler auf sie zu. Die Kinder bombardieren sie mit Fragen – auf Deutsch und Englisch. Die junge Frau ist sichtlich beliebt; und das hat seinen Grund. Lisa Perrett, 20, kommt aus York in Nordengland und studiert Deutsch an der Universität von Manchester. Für neun Monate ist sie nun am Gymnasium Werden und unterstützt dort die Englischlehrer.

Die junge Studentin aus dem Vereinigten Königreich übt in Kleingruppen vor allem das Sprechen in der Fremdsprache – ihre Deutschkenntnisse wendet sie in der Schule nicht an. „Ich mache kleine Sprachspiele mit den Schülern und unterhalte mich mit ihnen über Themen, die sie interessieren“, erzählt sie. Aber auch einen Konversationskurs bietet sie nachmittags als AG an.

Besonders gern gehe sie in die Englisch plus-Klassen. Diese Profilklassen erhalten eine Stunde Englischunterricht mehr pro Woche, in der die Schüler selbstständig kreativen Projekten nachgehen. „Lisa ist eine echte Bereicherung für den Unterricht“, erklärt Karsten Brill, Englischlehrer am Werdener Gymnasium. „Sie kann sehr gut auf die Teenager eingehen und ihnen als Muttersprachlerin ein authentisches Bild ihres Heimatlandes vermitteln.“

Auch in der Vorbereitung auf mündliche Prüfungen kommt die junge Studentin zum Einsatz. Dafür muss sie sich manchmal in neue Themen einarbeiten. „In der achten Klasse machen die Schüler bald eine mündliche Prüfung zum Thema New York City“, sagt Lisa mit einem Lachen. „Da musste ich selbst erst einmal nachlesen, wie die amerikanischen Ausdrücke sind.“ Neben der Schule erkundet die Britin Essen und Umgebung. Baldeneysee, Villa Hügel, Gruga und die Zeche Zollverein habe sie schon kennengelernt.

 
 

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