Essen

Deswegen blockierten Bewohner in Essen-Rüttenscheid ihre eigene Straße

Stillstand, um etwas zu bewegen: 100 Autos blockierten aus Protest am Morgen die Henri-Dunant-Straße.
Stillstand, um etwas zu bewegen: 100 Autos blockierten aus Protest am Morgen die Henri-Dunant-Straße.
Foto: Privat
  • In Essen-Rüttenscheid sorgte am Donnerstagmorgen ein Protest für Stau auf der Henri-Dunant-Straße
  • Verantwortlich für das Verkehrsaufkommen: Die Bürgerinitiative „Henri2020"
  • Der Protest soll auf ein mögliches Verkehrschaos durch den Bau von 420 Wohnungen aufmerksam machen

Essen. Etwa100 Autos reihten sich am Donnerstagmorgen auf der Henri-Dunant-Straße im Essener Stadtteil Rüttenscheid aneinander. Verantwortlich für das Verkehrschaos?

Die Bürgerinitiative „Henri2020", die eigentlich gegen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Stadtteil eintritt. Der Protest der Anwohner richtete sich gegen eine Mehrbelastung der Henri-Dunant-Straße durch Autos.

Anwohner rechnen mit drei mal so vielen PKWs

Die Angst der der Anwohner: Durch den Neubau von 420 Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Pädagogischen Hochschule, könnte es vermehrt zu Staus in den Stoßzeiten kommen.

„Wir sind nicht gegen eine Bebauung, wir begrüßen sogar eine Neubebauung. Aber wir erwarten eine Verdreifachung des Verkehrsaufkommens", erklärt Holger Ackermann, einer der Begründer der Initiative.

„Henri2020" hält Zahlen für unrealistisch

Der Ingenieur für Wasserwirtschaft hat sich mittlerweile tiefgehend mit der Verkehrssituation befasst. Er zweifelt an den Zahlen, die eine Verkehrsuntersuchung im Auftrag der Stadt Essen ergeben hat.

„Wir gehen davon aus, dass durch den Neubau zusätzlich 750 Autos pro Tag die Henri-Dunant-Straße befahren werden", rechnet er vor.

Die Stadt hingegen hätte deutlich niedrigere Schätzungen vorgelegt, die sich an Zählungen von bisherigen Verkehrsknotenpunkten in Rüttenscheid orientiere.

Bürgerinitiative zu Kompromissen bereit

Die Bürgerinitiative möchte einen Kompromiss finden zwischen den Interessen der Anwohner, der Stadtverwaltung und der Politik, betont Holger Ackermann.

Seine Ideen: Eine Verbreiterung der Henri-Dunant-Straße, eine Zufahrt zur Müller-Breslau-Straße oder eine geringere Zahl an Neuwohnungen.

„Wir werden uns zusammensetzen und einen Fragen- und Anforderungskatalog erstellen, um diesen der Stadt vorzulegen", sagt Ackermann.

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