Essen

Deshalb ist Guido Reil der größte Verlierer der AfD bei der Bundestagswahl 2017

AfD-Mann Guido Reil: Ewiger Zweiter?
AfD-Mann Guido Reil: Ewiger Zweiter?
Foto: Socrates Tassos / Funke Foto Services

Essen. Allmählich könnte sich Guido Reil ja glatt veräppelt vorkommen. Der AfD-Politiker ist weit über das Ruhrgebiet hinaus bekannt als eines der Gesichter der Partei.

Schon im Landtagswahlkampf war klar: Der Bergmann, der Kumpel soll den „kleinen Mann“ aus dem Pott repräsentieren und im Revier die Stimmen enttäuschter Ex-SPD-Wähler fischen.

Guido Reil holt 24 Prozent in Essen-Karnap

Das ist ihm offenkundig gelungen: Fast 24 Prozent holte Reil bei der Bundestagswahl 2017 in seinem Heimatstadtteil Karnap. Insgesamt bekam er in Essen 15,8 Prozent der Stimmen. Eigentlich ein starkes Ergebnis.

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Er selbst hat aber - mal wieder - nichts davon. Denn in den Bundestag zieht Reil nicht ein.

Dirk Heidenblut (SPD) hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis geholt. Ein guter Listenplatz hätte Reil dennoch einen Sitz im Bundestag sichern können: Doch Reil stand nur auf Platz 26 der AfD-Landesliste - ein undankbarer Platz für den Stimmenfischer.

„Es hätte mit Realitätsverweigerung zu tun“

Nach der Landtagswahl sagte Guido Reil noch: „Es hätte natürlich was mit Realitätsverweigerung zu tun, wenn ich gedacht hätte, dass ich dieses Landtagsmandat wirklich holen kann.“

Damals zeigte er sich dennoch hochzufrieden. Vielleicht fragt er sich nach dieser Wahl allmählich, warum er zwar in Talkshows sprechen und den Rechtspopulisten jede Menge Stimmen bescheren darf, selbst aber der Ewige Zweite bleiben muss. (pen)

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