Essen

Deshalb ist das Essener Bürgerbündnis gegen geplantes kostenloses WLAN in der Innenstadt

In der Essener Innenstadt soll es ab Sommer ein freies WLAN-Netz geben: Kritik kommt vom Essener Bürgerbündnis.
In der Essener Innenstadt soll es ab Sommer ein freies WLAN-Netz geben: Kritik kommt vom Essener Bürgerbündnis.
Foto: dpa

Essen. Die Idee klingt wirklich gut: WLAN für alle in der Innenstadt. In vielen europäischen Großstädten ist das schon längst gang und gäbe - ab Sommer soll es auch in Essen ein freies WLAN-Netz geben. Das plant die Essener Marketing GmbH (EMG).

Doch so wirklich frei ist das WLAN dann eben doch nicht, findet Andreas Walter vom Essener Bürgerbündnis (EBB): „Das Problem ist, dass Nutzer viele Daten von sich preisgeben müssen, wenn sie Das WLAN nutzen wollen.“

Wer WLAN will, muss Daten preisgeben

Denn wer Zugang zum WLAN haben möchte, muss zunächst eine App auf sein Smartphone laden und unter anderem seine Postleitzahl und seine E-Mail-Adresse angeben. Die App wiederum zeigt Werbung ansässiger Unternehmen an.

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„Es ist nicht klar, ob die App mittelfristig nicht darüber hinaus auch noch weitere Daten sammelt“, sagt Walter. So könne etwa der genaue Standort der Nutzer ermittelt und gezielt Werbung naher Geschäfte auf dem Smartphone angezeigt werden - und vielleicht sammelt die App dann sogar Hinweise auf das Kaufverhalten der Nutzer.

„Ausgerechnet Kinder und Jugendliche nutzen das“

„Das ist erst recht vor dem Hintergrund problematisch, dass gerade Kinder und Jugendliche, die ja oft keine eigene Flatrate haben, das WLAN-Netz in der Innenstadt nutzen werden“, so Walter.

Grundsätzlich hält auch er ein frei verfügbares WLAN-Netz für eine gute Idee, das Modell der EMG sei jedoch das Falsche. „Eine alternative Möglichkeit wäre zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit der Freifunk-Initiative“, sagt er.

Freifunk als Alternative

Die Bürgerinitiative Freifunk setzt sich für offene WLAN-Netze in Essen ein. Dabei stellen die Teilnehmer ihre Freifunk-Router als Knotenpunkt zur Verfügung. Je mehr Menschen mitmachen, desto größer wird das Netzwerk. „Das wäre eine wirklich freie Möglichkeit bei der keine Daten gesammelt werden“, so Walter.

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