Der letzte Gottesdienst im Lutherhaus in Essen

Das Lutherhaus in Altendorf.
Das Lutherhaus in Altendorf.
Die Evangelische Lutherkirchengemeinde in Altendorf wird ihr Lutherhaus nicht mehr nutzen. Die Gemeindemitglieder werden in andere Kirchen gehen. Viele Erinnerungen bleiben. Und eine neue Nutzung steht in Aussicht.

Essen-Altendorf.. Die Wehmut in der Stimme von Pastor Wolfgang Knopp war unüberhörbar: „Es fühlt sich unwirklich an. Wie ein Trauerfall. Was da im Kopf passiert, kann im Herzen noch nicht so schnell ankommen“, sagte der Geistliche der evangelischen Lutherkirchengemeinde Altendorf. Am gestrigen Sonntag hat er mit 150 Gläubigen den letzten Gottesdienst im Lutherhaus an der Kerckhoffstraße in Altendorf gefeiert. Danach wurden die Türen des Gemeinde-Gebäudes zum vorerst letzten Mal geschlossen.

Die hohen Betriebskosten, die steigende Substanzerhaltungspauschale sowie die sinkende Anzahl der Gemeindemitglieder haben das Presbyterium der Lutherkirchengemeinde diesen weitreichenden Schritt gehen lassen. „Das war für alle alles andere als einfach“, gesteht Pastor Wolfgang Knopp. „Hier wurden ja nicht nur Gottesdienste gefeiert, sondern auch Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen. Es gibt viele Menschen in unserer Gemeinde, die mit dem Lutherhaus ganz besondere Erinnerungen verbinden.“

Übergangsunterkunft für Asylbewerber

Das Gebäude wurde 1903 erbaut und, nach einer Zwangspause nach dem 2. Weltkrieg 1963 wieder in Betrieb genommen. Exakt 50 Jahre später muss es die Gemeinde nun schließen – vier Jahre, nachdem im September 2009 die Lutherkirche im Stadtteil aufgegeben worden war.

Da in jedem Ende auch ein Anfang inne wohnt, wird in der Lutherkirchengemeinde auch nach vorne geschaut. Den Gemeindemitgliedern bieten sich künftig zwei Optionen in der näheren Umgebung: Sowohl die Christuskirche an der Röntgenstraße als auch die Apostelkirche an der Mülheimer Straße in Frohnhausen freuen sich nicht nur beim sonntäglichen Gottesdienst auf neue Gesichter aus der Nachbarschaft.

Auch für das Lutherhaus deuten sich neue Nutzungsmöglichkeiten an. Die Gemeinde hat der Stadt dort Räumlichkeiten als Übergangsunterkunft für Asylbewerber angeboten. Eine Entscheidung steht noch aus. Dazu gibt es beim CVJM grundsätzliches Interesse, einen Teil der Räume zu nutzen. Hier finden derzeit noch Gespräche zu möglichen Bedingungen einer Miet-Nutzung geführt.

 
 

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