Der „Kilifü“ sagt, welche Bücher unsere Kinder lesen sollten

Sandra Rudel hat so gut wie alle rund 300 Bücher gelesen, die im neuen „Kilifü“ besprochen werden: Die Mitarbeiterin der Kinderbuchhandlung Schmitz in Werden mit Inhaber Thomas Schmitz.
Sandra Rudel hat so gut wie alle rund 300 Bücher gelesen, die im neuen „Kilifü“ besprochen werden: Die Mitarbeiterin der Kinderbuchhandlung Schmitz in Werden mit Inhaber Thomas Schmitz.
Foto: STEFAN AREND
  • Der „Kilifü“, der Kinderliteraturführer aus Essen-Werden, ist soeben zum fünften Mal erschienen
  • Buchhändler Thomas Schmitz produziert ihn, lässt ihn 50 000-mal drucken und verkauft ihn an Buchhändler
  • Die geben ihn meistens gratis an Kunden weiter. Erstmals kooperiert auch die Stadtbibliothek

Essen..  In Branchenkreisen ist er bekannt wie ein bunter Hund, und das ist ein schräges Bild, denn sein Maskottchen ist ja eigentlich eine Katze: Der „Kilifü“ wird fünf. „Kilifü“ steht für „Kinderliteraturführer“, eine Erfindung der Kinderbuchhandlung Schmitz in Werden. Auch bei Eltern, deren Kinder gerne lesen, steht der „Kilifü“ längst im Regal.

Der über 200 Seiten starke Almanach verzeichnet qualitätsvolle Neuerscheinungen für Kinder jeden Alters. So gut wie alle der rund 300 Bücher, die besprochen werden, hat Schmitz-Mitarbeiterin Sandra Rudel selbst gelesen. „In den Kilifü kommt nur das, was es unserer Meinung nach wert ist“, sagt Rudel. Also alles, was irgendwie neu und besonders ist.

„Wer intelligent ist, gibt ihn gratis an Kunden weiter“

Der neueste „Kilifü“ ist Anfang des Monats erschienen, Auflage: 50 000. Unabhängige Buchhändler in ganz Deutschland und Österreich kaufen Buchhändler Thomas Schmitz den „Kilifü“ später ab – je nach Menge zum Stückpreis von einem bis zu vier Euro. „Wer intelligent ist“, sagt Schmitz, „gibt den ,Kilifü’ dann gratis an seine Kunden weiter.“ Große Händler nehmen den „Kilifü“ auch mit einem individuell gestalteten Titelbild – zum ersten Mal macht das in diesem Jahr auch die Essener Stadtbibliothek so.

„Wir haben 1000 Stück geordert und mit einem eigenen Cover versehen“, sagt Bibliotheks-Direktor Klaus-Peter Böttger. „Wir wollen den ,Kilifü’ vor allem an Pädagogen weitergeben, wenn wir Führungen von Schülergruppen veranstalten.“ Doch auch Endverbraucher könnten den Literaturführer in der Zentralbibliothek bekommen – auf Anfrage. „So wollen wir jetzt weitere Leseförderung betreiben“, sagt Böttger – und verweist darauf, dass sämtliche im Almanach besprochenen Titel auch in den Bibliotheken der Stadt auszuleihen sind.

Anzeigen stützen die Finanzierung

Schmitz investiert nach eigenen Angaben in jede neue „Kilifü“-Produktion „einen mittleren, fünfstelligen Betrag“. Die Verkaufspreise plus Anzeigen von Verlagen refinanzieren das Geschäft, wobei Schmitz betont, dass eine Anzeige selbstverständlich keinen Einfluss auf die redaktionelle Arbeit habe. Das grafisch opulente und auch sonst wertig erscheinende Buch kommt auch bei Eltern gut an: „Wenn der ,Kilifü’ erschienen ist, sieht man später die Kunden im Geschäft, die sich mit ,Post it’-Zetteln bestimmte Bücher markiert haben“, erzählt Schmitz.

Redakteurin Sandra Rudel verweist auf zwei ganz besondere Bücher, die ihr bei der Arbeit zum neuen Werk aufgefallen sind: Das Bilderbuch „Unter der Erde – tief im Wasser“ für Kinder im Grundschulalter, das „spannend gemacht ist und sehr viel Wissen vermittelt“, außerdem den Jugendroman „Sally Jones – Mord ohne Leiche“ für Leser ab zwölf. Das Besondere: Die Geschichte wird aus Sicht einer Affendame erzählt – sie ist die ermittelnde Protagonistin.

Den „Kilifü“ gibt es nicht digital

Apropos Tier: Warum das Maskottchen des „Kilifü“ eine Katze ist? Na, wegen „Schmitz Katze“, dem Markenzeichen der Buchhandlung. So heißt auch das Hausmagazin der Erwachsenen-Buchhandlung: „Schmitzkatze“.

Und noch eine Besonderheit: Der Literaturführer ist tatsächlich nicht als Online-Download erhältlich. Man muss sich also schon die Mühe machen, in ein richtiges Buchgeschäft zu gehen.

 
 

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