Der Kampf um die Essener Schachkrone

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161 junge Denksportler aus 28 Schulen ermittelten in der Andreasschule die Sieger im Sparkassen-Grundschul-Schachcup. Kantschule verteidigt Mannschaftstitel

Essen.. Sie jagen die Rösser hakenschlagend über die 64 Felder und ihre Läufer durchmessen flink die Diagonalen. Die einen raufen sich die Haare, andere grübeln still vor sich hin, dann ruft einer triumphierend: „Schachmatt!“. „Ich eröffne gerne mit dem Königs- oder Damenbauer“, verrät Luca Zamhöfer (10). Der Viertklässler der Katernberger Kantschule will seinen Vorjahreserfolg beim Grundschul-Schachcup wiederholen: den Sieg mit der Mannschaft und im Einzel.

Schon zum siebten Mal veranstaltet der Essener Großmeister und Bundesligaspieler Sebastian Siebrecht dieses Turnier für junge Denksportler. Ausrichter des Sparkassen-Cups ist die schachbegeisterte Andreasschule in Rüttenscheid. 161 Schüler aus 28 Grundschulen sind diesmal dabei – die zweithöchste Anmeldezahl.

161 Schüler nehmen an Schachturnier teil

Siebrecht, der sich auch Schach-Botschafter nennt, wirbt besonders an Schulen unermüdlich fürs Königliche Spiel. „Denn Schach schärft nicht nur die Konzentrationsfähigkeit und vorausschauendes Denken, es steigert auch Selbstbewusstsein, Mut, Hartnäckigkeit und Kreativität.“

An der Schule im Bergmannsfeld steht Schach seit diesem Schuljahr sogar offiziell auf dem Stundenplan – so wie Lesen und Schreiben. „Wir sind heute mit 25 Kindern dabei“, sagen die Erzieherinnen Tanja Wirth und Sabine Rost-Wittmoser und deuten stolz auf die Kinderschar, die in roten Schultrikots aufgelaufen ist. Und hat Schach sie weitergebracht? „Und ob“, erwidert Tanja Wirth. „ Die Kinder sind begeistert, ziehen richtig mit.“ Die Freisenbrucher Grundschule hat kein einfaches Umfeld, der Migrantenanteil ist sehr hoch. Die positive Erfahrung der Erzieher: „Wir haben Kinder aus unterschiedlichsten Kulturen, das Schachspiel erleichtert sogar die Integration.“

Fünf Runden Schach

Dylan Göpel (Kantschule) und Luis Leineweber (Andreasschule) können eine besondere Leistung vorweisen: Sie haben von der ersten bis zur vierten Klasse alle Schachcups mitgespielt.

Fünf Runden müssen gespielt werden bei nur zwölf Minuten Bedenkzeit pro Spieler. Es kommt also nicht nur auf geniale Züge und Tricks an, die Uhr tickt gnadenlos. Wer das Zeitlimit überschreitet, hat verloren – selbst wenn er im nächsten Zug hätte mattsetzen können.

Für die Kantschule endet das Turnier erneut mit einem Triumph: nach 2014 schon wieder Mannschaftsmeister. Für Luca Zamhöfer reicht es diesmal nicht ganz zum Einzeltitel, Mannschaftskamerad Noel Gallas hat die Nase vorn.

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