Der Abriss am alten Schullandheim in Heisingen beginnt

Dominika Sagan
Die Arbeiten für den Abriss des ehemaligen Schullandheims in Essen-Heisingen haben begonnen.
Die Arbeiten für den Abriss des ehemaligen Schullandheims in Essen-Heisingen haben begonnen.
Foto: Thomas Gödde
Der marode Bau soll endgültig verschwinden, nachdem Vögel den Abbruch im Frühjahr stoppten. Verkauf und neue Ideen für eine Nutzung scheiterten.

Essen-Heisingen.  Einst übernachteten Kinder im idyllisch gelegenen Schullandheim am Baldeneysee in Heisingen. In den 1990er-Jahren diente der Bau an der Oberen Aue 4 als Asylunterkunft, seitdem steht er leer und verfällt.

Zuletzt besiedelten Vögel und Fledermäuse das Heim und sorgten dafür, dass der Abriss im Frühjahr verschoben werden musste. Jetzt bereiten Bauarbeiter das Haus auf den endgültigen Abbruch vor, der Bagger dafür ist längst angerollt: In der kommenden Woche soll das marode Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden.

Allein der Abriss wird voraussichtlich rund 185 000 Euro kosten

Rund 185 000 Euro soll allein der Rückbau des ehemaligen Schullandheims samt Kellerräumen und Fundamenten die Stadt nun kosten. Grund dafür sind auch Schadstoffe wie PCB und Asbest, die fachgerecht entsorgt werden müssen.

Das dazugehörende, verwilderte Grundstück, das rund 9000 Quadratmeter groß ist, soll an die angrenzenden Grünflächen angepasst werden. Die Renaturierung soll 2017 beginnen. Eine Kostenschätzung dazu gibt es laut Stadt noch nicht. Fest steht aber, dass das Grundstück als Ausgleichsfläche im Landschaftsschutzgebiet angerechnet wird. Es wird als Ersatzfläche für den Bau der Flüchtlings-Landesunterkunft am früheren Kutel in Fischlaken dienen.

Soziale Träger wollten ein Fahrrad-Hostel in Heisingen eröffnen

Zunächst wird in Heisingen das Grundstück allerdings ordentlich entrümpelt werden müssen. Einige unter Bäumen begrabene Tischtennisplatten zeugen etwa davon, dass hier früher Kinder spielten. Wäre es nach Plänen der Stadt gegangen, hätten an der Oberen Aue auch wieder Mädchen und Jungen einziehen können. Eine Kita war hier mitten im Grünen angedacht. Doch an genau dieser abgelegenen Lage und der fehlenden Infrastruktur scheiterten die Pläne.

Ideen von sozialen Trägern wie SkF und CVJM wiederum verliefen wegen der enormen Sanierungskosten im Sande. Diese wurden schon vor Jahren immerhin auf eine Million Euro geschätzt. Dann hätte es zwischen Spazier- und Radwegen einen Steinwurf vom Baldeneysee ein Hostel für Kinder, Radfahrer und Wanderer gegeben.

Auch als Asylunterkunft fiel der marode Bau durch

Stattdessen steht das Gebäude jedoch seit 1999 leer. Im Laufe der Jahre sind Gitter angebracht worden, damit niemand in den Bau einsteigen kann. Der Bauzaun rund um das Grundstück wurde indes in Teilen bereits gestohlen, die restlichen Elemente hat die Stadt bereits verkauft. Noch im vergangenen Jahr dann prüfte die Kommune das Grundstück erneut als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft. Diese wäre planungsrechtlich sogar zulässig gewesen. Doch auch dafür wurden die Herrichtungskosten offenbar als zu hoch eingestuft, das Heim als „völlig desolat und ungeeignet“ abgehakt.

Nun ist das ehemalige Schullandheim, an dessen Anblick samt bröckelnder Fassade sich manche Spaziergänger schon gewöhnt hatten, bald Geschichte. In der Woche vom 28. November will die Stadt den Startschuss für den Bagger geben. Dann soll es nach jahrelangem Stillstand ganz schnell gehen mit dem Abriss an der Oberen Aue.