„Depression nicht verstanden“

Das „Essener Bündnis gegen Depression“ befürchtet, dass Betroffene nach der Germanwings-Flugkatastrophe neuen Vorurteilen ausgesetzt sind. Nach den bisherigen Erkenntnissen steuerte der an Depressionen erkrankte Co-Pilot das Flugzeug absichtlich gegen eine Bergwand.

„Für die Patienten zeigt sich jetzt, dass es sehr belastend ist, in das Thema ,Germanwings’ mit hineingezogen zu werden“, berichtet Prof. Martin Schäfer, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Suchtmedizin an den Kliniken Essen-Mitte. Nachdem Politiker zuletzt laut über ein Berufsverbot für Depressions-Erkrankte nachgedacht hatten, hat Schäfer jedoch auch andere, gegenteilige Erfahrungen gemacht, was die öffentliche Resonanz auf die Flugkatastrophe angeht: „Wir erleben, dass sich die Medien weitgehend seriös mit dem Thema beschäftigen. Bisher gibt es kein öffentliches Bedürfnis, einen Schuldigen anzuprangern.“

Gleichwohl bleibt die Schwierigkeit, dass weite Teile der Bevölkerung die Krankheit Depression „nicht verstanden“ haben: „Beim Thema Depression macht jeder Therapievorschläge.“

 
 

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Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

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