Demo fürs Pfingst-Openair in Werden floppt

Jennifer Schumacher
Nur wenige hundert Besucher kamen am Pfingstmontag zur Demo nach Werden.
Nur wenige hundert Besucher kamen am Pfingstmontag zur Demo nach Werden.
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Nur 300 Teilnehmer haben sich auf der Kundgebung im Löwental für den Erhalt des Pfingst Openair eingesetzt. Ein Beweis dafür, dass virtuelle und echte Unterstützung nicht das Gleiche sind: Im Internet hatten sich mehr als 2000 Menschen angekündigt.

Einen so ruhigen Pfingstmontag haben die Anwohner des Löwentals lange nicht erlebt: Statt tausender Festivalbesucher verlieren sich gerade mal 300 Menschen auf der Wiese. Sie demonstrieren für den Erhalt des Pfingst-Openair, das die Stadt wegen mangelnden Sicherheitskonzepts abgesagt hat. Da könnte es den Demo-Veranstaltern Dirk Bussler und Alfred Burwick fast wie Hohn vorkommen, dass der Rockförderverein am Eingang ein Banner „Wir freuen uns auf das Festival 2012“ befestigt hat. „Wir hätten uns etwas mehr Unterstützung für die Demo gewünscht, auch vom Jugendamt“, gibt sich Bussler enttäuscht.

Nicht nur aufgrund der Besucherzahl geht es zurück zu den Wurzeln: Wie in den 80ern spielen Nachwuchsbands wie Cotton Terror und Sorgenkind von einem kleinen 7,5-Tonner aus. SPD, Linke und Grüne nutzen die Demo, um Nähe zur Jugend zu zeigen, pochen am Rednerpult auf den Erhalt des Festivals. SPD-Landtagsabgeordenter Dieter Hilser wirkt etwas verloren auf der verwaisten Wiese, auch er hätte sich wohl mehr Resonanz gewünscht.

„Die ersten Kräfte sind schon wieder abgezogen“

Bei dem ein oder anderen Bier, das sich die Besucher trotz Alkoholverbots ein paar Meter hinter dem Absperrband öffnen, kneift die Polizei ein Auge zu. „Es ist total friedlich, die ersten Kräfte sind schon wieder abgezogen“, sagt Sprecher Peter Elke.

Mittlerweile verdichten sich die Anzeichen, dass das Festival 2012 wieder über die Bühne gehen kann, sagt Burwick: „Das Jugendamt setzt alles daran. Hoffen wir das Beste.“ Die Demo setzt dennoch ein Zeichen - und zeigt, dass ein Klick bei Facebook und tatsächliche Unterstützung nicht das Gleiche sind.